18.11.2016

Brandschutz in Verkaufsstätten

Wie organisiert man den Brandschutz an der Schnittstelle zwischen Betrieb und Kundenverkehr? Hier greift die Verkaufsstättenverordnung, die einerseits Kunden und Arbeitnehmer im Verkauf schützen will, auf der anderen Seite aber auch den betrieblichen Realitäten, vor allem der Vermeidung von Umsatzeinbußen durch Sicherheitsmaßnahmen, Rechnung trägt.

Brandschutz im Verkauf

Der Brandschutz in Verkaufsstätten ist ein Thema für sich. Charakteristisch für Verkaufsstätten sind lange Betriebszeiten von Beleuchtungen und Vorführgeräten. Diese  Dauerbelastung kann zu Überhitzungen oder technischen Defekten führen, die dann einen Brand auslösen. Eine penible und regelmäßige Wartung, aber auch eine Sensibilisierung der Arbeitnehmer für solche Gefahren beugen diesem Risiko vor.

Als technische Lösung für den Brandschutz haben sich besonders Sprinkleranlagen bewährt, die nach dem Prinzip des selektiven Löschens funktionieren. Ihr Einsatz kann sicherstellen, dass bei Auslösung von Feueralarm nicht die gesamte Ware mit Wasser in Berührung kommt, sondern nur jene innerhalb der vermuteten
Brandstelle.

Handwerksaufgaben im laufenden Betrieb

In der Regel sind die Betriebe bestrebt, wegen notwendiger handwerklicher Arbeiten Verkaufsräume nicht zu sperren und damit Umsatzeinbußen zu vermeiden. Bei feuergefährlichen Arbeiten (Schweißen, Brennschweißen etc.) entstehen hier aufgrund der hohen Brandlasten hohe Schadensrisiken, z. B. durch Kartons oder brennbare Waren. Wenn Handwerker in den Verkaufsräumen arbeiten, müssen deshalb nicht nur die Arbeiten selbst wie üblich abgesichert werden:

  • Vorhaltung von Löschmitteln
  • Abdichtung von Öffnungen
  • Abdeckung von Materialien
  • Möglichst weite Räumung der Arbeitsstelle

Darüber hinaus muss eine ausgebildete Kraft, z. B. ein Brandschutzhelfer, eine Brandwache leisten.

Vorsicht bei Dekorationen

Einen Kompromiss gehen die Brandschutzverordnungen im Bereich der Dekorationen ein. So dürfen z. B. Plakate und Aufsteller aus brennbarem oder leicht entflammbarem Material wie Pappe bestehen. Zudem wird toleriert, dass sie oft nur wenig standfest sind und somit eine Gefährdung darstellen. Allerdings dürfen Dekorationen nur in Verkaufsräumen, nicht aber in notwendigen Fluren und Treppen oder Treppenraumerweiterungen aufgestellt oder gelagert sein. In den Verkaufsräumen dürfen sie keine Rettungswegbreiten verengen und nicht zu Stolperfallen werden. Dekorationen dürfen auf keinen Fall die Kennzeichnung von Fluchtwegen verdecken, wie dies in der Praxis leider häufiger geschieht. Ebenso wenig darf die Funktionstüchtigkeit von Sprinkler- und Brandmeldeanlagen  beeinträchtigt werden. In der Unterweisung der Arbeitnehmer ist darauf extra hinzuweisen.

Autor: Markus Horn