Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Brandschutz im Betrieb präventiv ausrichten

Bevor ein Unternehmen eine Arbeitsstätte bezieht, müssen Brandschutzvoraussetzungen erfüllt sein. Neben dem baulichen und anlagetechnischen Brandschutz sollten die Beschäftigten vor Aufnahme der Betriebstätigkeiten wissen, wie sie sich im Falle eines Brandes verhalten müssen.

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Gesetzlich gefordert ist eine schriftliche Bestellung des Brandschutz-/Evakuierungshelfers (ASR A 2.2) der regelmäßig fortgebildet werden muss.  Neben der geforderten Ausstattung mit Feuerlöschern, sollten regelmäßig (mindestens alle 1-3 Jahre) praktische Übungen zur Bedienung eines Feuerlöschers stattfinden, z.B. im Rahmen der Feuerlöscher-Prüfung durch einen Fachbetrieb, der berufsgenossenschaftlichen Präventionsarbeit oder einer Gebäuderäumübung, Brandverhütungsschau.

Ein Sammelpunkt sowie Raucherzonen sollten festgelegt und beschildert sein, die Flucht- und Rettungswege frei von Brandlasten (Kartons, Kopierer, Kühlschrank, Ware etc.) gestaltet sein (z.B. Foto an Notausgangstür) und die Feuerlöscher/Brandmelder gut einsehbar in vorgeschriebener Anzahl gut zugänglich angebracht sein. Darauf sollten entsprechende Piktogramme (ASR A 1.3) hinweisen. Rauchmelder sind in entsprechender Anzahl anzubringen und regelmäßig zu warten.

Gefahrenquellen

Gefahrenquellen, die u.a. zu einer Brandentstehung oder –ausbreitung führen können sind brennbare Materialien und Werkstoffe wie: Holz, Papier, Kunststoff, Textilien, Staub, Gefahrstoffe, elektrische Geräte (u.a. Kabelbrand) aber auch Arbeitsverfahren wie Sägen oder Schleifen sowie die Lagerungsart (trocken, ausreichende Be-/Entlüftung, insbesondere bei Gefahrstoffen). Ziel des baulichen Brandschutzes ist es, die Entflammbarkeit, Ausbreitung und Rauchentwicklung zu verhindern.

Maßnahmen im Brandschutz

  • die Beschaffenheit von Bauprodukten und die Bauausführung betrachten, die einen Einfluss auf Brandausbruch-/verbreitung haben können, nicht brennbar sind z.B.: Beton/Ziegel
  • Rauch- und Feuerschutztüren in den Fluchtwegen regelmäßig prüfen und nicht verkeilen!
  • Für geschlossene Türen (nach Feierabend) sorgen

Zum anlagentechnischen Brandschutz gehört es, die geeigneten Vorkehrungen für die Brandbekämpfung vorzusehen.

Vorkehrungen

  • Aufhängen der Brandgefährdung entsprechenden Anzahl Feuerlöscher: geeignete Standorte, gut sichtbar, schnell erreichbar (20 m), sonst Brandschutzzeichen
  • Installieren der Brandmelder
  • Lösch-, Rauch-, Wärmeabzugsanlagen (Löschmittelauswahl); stationär, mobil
  • Sprinkleranlage
  • Wandhydranten (praktische Übungen)

Im Rahmen des organisatorischen Brandschutzes ist das zentrale Instrument für ein systematisches Verhalten im Brandfall die Brandschutzordnung. Darin sind die notwendigen Festlegungen und Anweisungen für die verschiedenen Personengruppen zu beschreiben.

Inhalte der Brandschutzordnung

  • aktueller Flucht- und Rettungsplan/Alarmplan (Menschen mit eingeschränkter Mobilität!) ggf. mehrsprachig (aktuelle Telefonnummern)
  • Brandschutzaushang
  • Verhalten im Brandfall
  • Evakuierungshelfer/Brandschutzhelfer/Haustechniker/Sammelpunkt
  • dokumentierte Unterweisung (richtiges Verhalten im Brandfall)
  • Rettungs- und Brandschutzkennzeichnung
  • Ggf. Aushändigung des Gefahrstoffverzeichnisses an die örtlich zuständige Feuerwehr
  • Gefahrstoffkennzeichnung (Etiketten in deutscher Sprache)
  • 1x/Jahr Gebäuderäumung und Auswertung
  • Rettungs- und Brandschutzkennzeichnung (ASR A. 1.3)
  • Kennzeichnung von Rauchverbotszonen bzw. Verbot offener Flammen
  • Erste Hilfe Material (Wund- und Brandschutzsalbe, Brandauflage)

Im Rahmen der Unterweisungen sind grundlegende Regeln für den Einsatz von Handfeuerlöschern zu demonstrieren:

  • Feuer mit Feuerlöscher in Windrichtung angreifen
  • Flächenbrände vorn beginnend ablöschen
  • Aber: Tropf- und Fließbrände von oben nach unten löschen
  • genügend Löscher auf einmal einsetzen – nicht nacheinander
  • Vorsichtsmaßnahmen vor Wiederentzündung
  • Eingesetzte Feuerlöscher nicht mehr aufhängen
  • Feuerlöscher mit dem entsprechenden Füllmittel füllen lassen

Bei den grundlegenden präventiven Verhaltensmaßnahmen sind zu berücksichtigen:

  • Staubaufwirbelungen vermeiden
  • Zündquellen (aus staubbelasteten Räumen fernhalten)
  • Asche und brennbare Lösungsmittel separat entsorgen
  • richtiger Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten (Gasen)
Autor: Stefan Johannsen

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