12.01.2015

Brandlasten im Büro

Jeder Mitarbeiter kann dazu beitragen, Brandlasten möglichst gering zu halten. Das fängt schon damit an, Akten nicht im Schrank zu stapeln, sondern sie regelmäßig ins Archiv zu bringen. Machen Sie deshalb die Brandlasten zum Thema Ihrer Unterweisung.

Wenn Sie in Ihrer Brandschutz-Unterweisung über Brandlasten sprechen wollen, werden Sie zweifellos die Definition an den Anfang stellen:

„Die Brandlast eines Objekts ist die Energie, die bei dessen Verbrennung frei wird und die bei der Bestimmung der Brandschutzmaßnahmen berücksichtigt werden muss.“

Dann werden die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer allerdings denken: „Na toll, und was habe ich damit zu tun? Damit sollen sich der Brandschutzbeauftragte und der Gebäudeplaner befassen.“

Die Reaktion ist nicht verwunderlich, denn meistens denkt man bei Brandlasten an fest installierte Bauelemente, wie eine Holzwand im Konferenzraum, die schön aussieht, aber eben zu den Brandlasten beiträgt.

Brandlasten gibt es in jedem Büro

Nehmen Sie in Ihrer Brandschutz-Unterweisung deshalb ein Beispiel, das die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Jeder Papierstapel, jeder Aktenordner und jede Verpackung trägt zu den Brandlasten bei. Wer also im Büro Ordnung hält und nicht alte Akten haufenweise bei sich hortet, tut auch etwas für den Brandschutz.

Weitere Beispiele für Brandlasten im Büro sind

  • Gardinen,
  • Bodenbeläge,
  • Möbel,
  • IT-Geräte und
  • Kabel.

Besonders riskant: Brandlasten im Fluchtweg

Wenn die Beschäftigten vermeiden, in den Gängen Verpackungen und Vorräte an Kopier- und Druckerpapier zu lagern, hält das nicht nur den Fluchtweg frei. Auch hinsichtlich unnötiger Brandlasten in den Fluchtwegen wird damit einiges erreicht.

Das Bewusstsein für Brandlasten schärfen

Wenn Sie in der Brandschutz-Unterweisung über Beispiele das Augenmerk auf das Thema Brandlasten gelenkt haben, erklären Sie, was „Brandlast“ bedeutet und wie die bestimmten Brandlasten im Brandschutz berücksichtigt werden.

Wichtig!

Brandlasten hängen von der Art und Menge des brennbaren Materials in einem bestimmten Bereich ab.

Dabei wird die Brandlast als Energiemenge pro Fläche angegeben, z.B. in kWh/qm.

Brandlasten verringern

Aus der Formel wird direkt klar, wie man Brandlasten verringern kann:

  1. Über die Reduktion des brennbaren Materials im betrachteten Bereich,
  2. Durch die Vergrößerung der Fläche, indem man das brennbare Material auf eine größere Fläche verteilt. Dies senkt die Brandlastdichte.

Neben der Art und Menge der Brandlasten ist also auch deren Anordnung entscheidend.

Wofür die Kenntnis der Brandlasten wichtig ist

Möglichst geringe Brandlasten wirken sich auf viele Maßnahmen im Brandschutz aus. So fließt die Größe der Brandlasten zum Beispiel ein in

  • die Berechnung der Brandabschnittsgröße,
  • die notwendige Feuerwiderstandsklasse der verwendeten Bauteile und
  • die notwendige Löschmittelversorgung.

Weitere Informationen zu den Brandlasten finden Sie insbesondere in DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen und in unserer Mitarbeiterinformation Brandlasten.

Autor: Oliver Schonschek (Diplom-Physiker, IT-Analyst und Fachjournalist)