Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation 12.10.2015

Ausbildung zum Brandschutzhelfer leicht gemacht

Ob Sie die Ausbildung von Brandschutzhelfern extern vergeben oder Ihre Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen selbst ausbilden, stellt Ihnen der Gesetzgeber frei. Darauf weist die DGUV Information 205-023 explizit hin. 6 Kriterien, die Sie bei der Auswahl und Ausbildung neuer Brandschutzhelfer beachten sollten:

Brandshcutzbeauftragter mit Mannschaft an Brandschutzhelfern

Es ist weder möglich noch notwendig, alle Beschäftigten zum Brandschutzhelfer auszubilden. Aber Sie sollten sich gut überlegen, wem Sie die Ausbildung zukommen lassen – Sie werden engagierte Helfer brauchen und nicht nur „Papiertiger“.

Brandschutzhelfer-Ausbildung ganz einfach im Betrieb

Als Brandschutzbeauftragter sind Sie qualifiziert, Ihre Brandschutzhelfer nach §10 des Arbeitsschutzgesetzes selbst aus- und fortzubilden. Darauf wird explizit auch in der DGUV Information 205-023 hingewiesen.

Tipp: In der DGUV-Information „Brandschutzhelfer“ finden Sie konkrete Vorgaben für die Ausbildung.

Doch auch wenn Sie jetzt damit die Möglichkeit haben, auf diese eine Menge Geld zu sparen – Zeit müssen Sie immer in die Ausbildung zum Brandschutzhelfer investieren. Deswegen sollten Sie das richtige Personal auswählen. Schließlich müssen Sie sich im Notfall wie im betrieblichen Alltag zu 100 % auf ihre Brandschutzhelfer verlassen können.

 

6 Kriterien, die Sie bei der Auswahl und Ausbildung beachten sollten:

  • Arbeitszeiten: Ist das Unternehmen nur montags bis freitags besetzt, so reicht eine einfache Besetzung plus zusätzliches Personal zur Abdeckung von Urlaubs- und Krankheitszeiten aus. Wird in mehreren Schichten und evtl. am Wochenende gearbeitet, so ist ein weiteres Kriterium die Verfügbarkeit in allen Schichten.
  • Dauer der BetriebszugehörigkeitEine der persönlichen Kriterien ist die Betriebszugehörigkeit. Brandschutzhelfer sollten lange genug im Unternehmen arbeiten, um die Gefahrenpunkte ebenso gut zu kennen wie die Örtlichkeiten. Ein Neuling, der die Aufteilung des Betriebs und die innerbetrieblichen Wege nicht kennt, kann die Feuerwehr nicht so zielsicher einweisen wie ein altgedienter Mitarbeiter. Andererseits macht eine lange Betriebszugehörigkeit unter Umständen auch betriebsblind. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Brandschutzhelfer aus verschiedenen Zugehörigkeitszeiten, ausgenommen neu eingestellte Personen, auszuwählen.
  • Wohnort:  Sind Sie als Unternehmer oder Brandschutzbeauftragter unter Umständen auch außerhalb der Betriebszeiten bei Notlagen auf die Unterstützung der Brandschutzhelfer angewiesen? Dann sollten Sie bei der Auswahl auch den Wohnort und die Anfahrtszeiten mit privaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln beachten.
  • Abkömmlichkeit: Brandschutzhelfer müssen unter Umständen schnell in andere Betriebsbereiche, um dort zu helfen. Würde dadurch ein Schaden im eigenen Bereich entstehen oder das Beenden des Prozesses unangemessen lang dauern, so ist zu überlegen, ob es sinnvoll ist, diesen Mitarbeiter zum Brandschutzhelfer auszubilden. Zudem soll ein Brandschutzhelfer den Brandschutzbeauftragten bei seiner normalen Tätigkeit unterstützen. Je nach Betrieb, Gefährdungen und Aufgabenumfang muss der Brandschutzhelfer dafür die notwendige Zeit durch Freistellung von der gewöhnlichen Tätigkeit erhalten.
  • Physische Fähigkeiten: In der Regel ist jede arbeitsfähige Person auch geeignet, die Aufgaben eines Brandschutzhelfers wahrzunehmen. Brandschutzhelfer müssen jedoch körperlich in der Lage sein, Feuerlöscher und Selbsthilfeeinrichtungen zu bedienen, Treppen zügig zu begehen, oder evtl. schwere Türen oder Tore zu bewegen. Diese Fähigkeiten können im Notfall entscheidend sein.
  • Kognitive Fähigkeiten:  Brandschutzhelfer benötigen als „drittes Auge“ des Brandschutzbeauftragten die Fähigkeit, gefährliche Situationen wahrzunehmen. Während den meisten Mitarbeitern kaum auffällt, dass ein Feuerlöscher nicht mehr zugänglich ist, muss der Blick des Brandschutzhelfers auf Derartiges gerichtet sein. Sie müssen in der Lage sein, auf ihr Arbeits- und Betriebsinteresse das Schutzinteresse aufzusatteln. Informationen muss ein Brandschutzhelfer für Notsituationen im Kopf behalten und auch vermitteln können. Nicht immer reicht die Zeit im Ernstfall, um alles nachlesen zu können. Klares und deutliches Artikulieren können entscheidend sein, wenn es an die Evakuierung des Unternehmensbereichs geht. Informationen an die Feuerwehr zum Schadensort und zum Lagebild sollten in knappen und präzisen Worten gegeben werden können.

 

Tipp: Nutzen Sie die fertigen Schulungsmaterialien von WEKA für die Ausbildung Ihrer Brandschutzhelfer. Sie können sie vertont oder ohne Vertonung einsetzen und decken damit die komplette Ausbildung ab.

 

Ganz wichtig für Brandschutzhelfer: die Eigenmotivation

Zu guter Letzt sei die Eigenmotivation genannt. Natürlich kann ein Unternehmer einem Mitarbeiter die Aufgaben eines Brandschutzhelfers „aufs Auge drücken“. Besser ist es, Personen zu finden, die diese Aufgabe freiwillig und aus eigenem Antrieb übernehmen.

Sie müssen im Brandfall auch nicht als Letzte von Bord gehen, sollten aber, soweit dies ohne Eigengefährdung möglich ist, die Alarmierung, Evakuierung und erste Brandbekämpfungsmaßnahmen vornehmen. Und dies funktioniert mit Mitarbeitern, die eine gewisse Eigenmotivation mitbringen, zielgerichteter als mit Menschen, die diese Aufgabe nur zugewiesen bekommen haben.

Autor: Markus E. Ungerer