News | Geschäftsführung Betriebsrat
07.12.2015

ZF-Betriebsratsgruppe wehrt sich mit Flugblatt

Der Streit im ZF-Betriebsrat schwelt seit geraumer Zeit. Zeitweilig waren schon Gerichte eingeschaltet. IG Metall-Vertreter hatten der Gruppe „Wir ZFler“ im Betriebsrat Störung des Betriebsfriedens vorgeworfen. Die angegriffene Gruppe wehrt sich nun mit einem Flugblatt gegen die Vorwürfe.

Streit im Betriebsrat© Marco2811 /​ fotolia.com

„Wir ZFler“ fühlt sich seit Wahl 2014 ausgegrenzt

Geschäftsführung Betriebsrat. Sie seien „seit der Wahl im März 2014 aus der wesentlichen Betriebsratsarbeit ausgegrenzt“ worden. Man sei „der Belegschaft und dem Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet“ und habe „sich bemüht, Verstöße dagegen aufzuklären“. Dies habe „nichts mit einer Störung des Betriebsfriedens zu tun“, zitiert „schwäbische.de“ aus dem Flugblatt. Es werde angeblich seit Mittwoch verteilt.

„Wir ZFler“: Mitarbeit in Ausschüssen verhindert

Auch den Vorwurf, angeblichen im Betriebsrat nicht mitzuarbeiten, kontern dem Bericht zufolge die „Wir ZFler“. Vielmehr sei durch Mehrheitsbeschluss die Mitarbeit der Gruppe in den meisten Ausschüssen verhindert worden. Einsichtnahme in wichtige Unterlagen sei „wenn überhaupt, nur unter erschwerten Bedingungen möglich“. Die Mehrheit in dem Gremium hat dem Bericht zufolge IG Metall.

Rentsch „rachdürstig“?

Falsch sei auch die Behauptung, die Betriebsrätin Barbara Rentsch, einer der führenden Köpfe der „Wir ZFler“, handle „nur aus Rache“. Sie habe die IG Metall „aus freien Stücken und aus Überzeugung“ verlassen, für „irgendwelche ,Rachegelüste’, wie der Betriebsratsvorsitzende es Frau Rentsch unterstellt, bestand und besteht keinerlei Veranlassung“.

Deutliche Worte

Anlass für das Flugblatt seien Äußerungen des Betriebsratsvorsitzenden Achim Dietrich-Stephan und des Chefs der IG Metall Enzo Savarino. Sie hätten auf einer internen Betriebsversammlung „dem Vernehmen nach mit deutlichen Worten die „Wir ZFler“ kritisiert“, schreibt „schwäbische.de“.

Arbeitsgerichtsprozess gegen Dietrich-Stephan

Wie es dort weiter heißt, ermittele in Folge eines Arbeitsgerichtsprozesses der Staatsanwalt gegen Dietrich-Stephan. Ihm werde vorgeworfen, er habe Rechnungen für Seminare abgezeichnet, die nicht der Betriebsratsarbeit, sondern dem IG Metall-Wahlkampf gedient hätten. Die Gewerkschaft habe einen hohen ZF-Personaler angezeigt. Vorwurf hier: Behinderung der Betriebsratsarbeit.

Lösung des Konflikts

Eine Lösung des Konflikts innerhalb der ZF-Arbeitnehmervertretung sei möglich, wenn die IG Metall „ihren Alleinvertretungsanspruch“ aufgebe, sagte Rentsch auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Es gebe drei Listen. Es sei wünschenswert, „wenn die Listen und deren Wahlergebnisse sich auch in der Besetzung der einzelnen Ausschüsse widerspiegeln würden. Das wäre nach unserer Ansicht eine gerechte Aufgabenverteilung und Repräsentation des Mitarbeitervotums.“

Dietrich-Stephan zur Zusammenarbeit bereit

Dietrich-Stephan wird mit den Worten zitiert, er wolle sich an öffentlichen Debatten zu internen Themen nicht beteiligen. Er sei zur Zusammenarbeit mit allen Gruppen bereit, „die sich sachlich für die Belegschaft einsetzen und nicht persönliche Ziele verfolgen und die Arbeit des Betriebsrats stören“.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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