News | Geschäftsführung Betriebsrat
13.07.2015

Windradhersteller Vestas: Aribera-Projekt half Arbeitsplätze sichern

Wenn Unternehmen sparen müssen, kommt die Arie mit den Personalkosten. Einmal angestimmt, ist kaum ein Entrinnen aus der Abwärtsschleife: Arbeitsplatzabbau, Betriebsschließung. Nicht so bei Windradhersteller Vestas in Lübeck. Der dortige Betriebsrat half der Unternehmensleitung jetzt aus der Personalkostenschleife – mit innovativen Ideen.

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Die Idee: Recycling

Geschäftsführung Betriebsrat. Recycling ist die Idee der Wahl. Bei der deutschen Niederlassung in Lübeck des dänischen Windradherstellers Vestas stieß der Betriebsrat jetzt die Unternehmensleitung drauf. Anstelle Arbeitsplätze abzubauen, wie wäre es, Komponenten nicht mehr zum Schrotthändler zu bringen, sondern zu recyceln. Gesagt, getan. Seit zwei Jahren funktioniert das Konzept – und nicht nur zum Nutzen der Mitarbeiter, sondern des Unternehmens insgesamt.

Der Ideenfinder: Betriebsratsvorsitzender Donald Magdanz

Der Anstoß zu einem umweltbewussten Umgang mit Rohstoffen kam von Donald Magdanz, Betriebsratsvorsitzender von Vestas Nacelles, einem Tochterunternehmen des Windkraftherstellers, berichtet die IG Metall vergangene Woche. Ein Großteil der Komponenten werde seither aufgearbeitet und erneut verwendet. Das sei kostengünstiger, schone die Umwelt und sichere Arbeitsplätze.

Die Umsetzung der Idee: Weniger giftige Schlämme

Vestas sieht sich als Weltmarktführer für Windenergieanlagen. Das dänische Unternehmen baut in Lübeck Prototypen von Windkraftanlagen und repariert Generatoren und andere Bauteile. Konkret beschäftigt sich hier eine Projektgruppe mit Fragen, wie bereits verbaute Magnete demontiert und wiederverwendet werden können. Die Magnete enthalten wertvolle seltene Erden, bei deren Gewinnung außerdem giftige Schlämme entstehen.

Aribera-Projekt bildet Innovationspromotoren aus 

Magdanz fand, dass das durch wiederholten Einsatz vermieden werden könnte. Bei der IG Metall wurde er im Rahmen des „Aribera“-Projekts als einer der ersten zum Innovationspromotor ausgebildet. Aribera soll Betriebsräte dabei unterstützen, innovative Ideen für ihr Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Als Ziele dieser Beteiligungsstrategie an der Unternehmensentwicklung nennt IG Metall:

  • Arbeitsplätze zu sichern,
  • Zufriedenheit der Beschäftigten zu erhöhen und
  • Umweltbelastungen zu reduzieren.

Oft hätten Betriebsräte, die die Betriebsabläufe gut kennen, andere Vorschläge als die Unternehmensleitungen, die zuerst an Kosteneinsparung denken.

Kampf für die Idee: Kollegen überzeugen

Auf Betriebsversammlungen habe Magdanz Kollegen davon überzeugt, dass Umweltschutz im Betrieb mehr ist als Stromsparen und Mülltrennung. Wer durch eine intelligente Konstruktion langfristig Ressourcen spare, der senke nicht nur die Materialkosten, sondern helfe auch, Löhne und Standort zu sichern, so sein Argument.

Sieg der Idee: Unternehmensleitung überzeugt

Ergebnis: Der Betriebsrat konnte nach und nach Geschäftsleitung, Produktionsleitung und Kollegen für die Idee einer Magnet-Rückgewinnung und -Wiederverwendung bei Vestas begeistern. „Wir sind auf einem guten Weg“, freut sich Magdanz – und die Unternehmensleitung wahrscheinlich auch.

 

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit. )

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