Fachbeitrag | Betriebliches Gesundheitsmanagement
17.03.2015

BGM: Weniger Stress – notfalls mit Schokolade

Weniger Stress mit weniger Kalorien – aber auch kein Stress wegen der Kalorien. Im Akutfall hilft Schokolade. An der Fachklinik in Ichenhausen hat sich die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements bewährt – auch zum Stressabbau und zur Stressvermeidung.

Salatbar in der Kantine dank BGM© CandyBoxImages /​ iStock /​ Thinkstock

Betriebliches Gesundheitsmanagement. Ichenhausen. 17. März 2015 – Für die Betriebsratsvorsitzende Sabine Heimann ist ein gesundes Mitarbeiteressen „ein großes Thema“, ebenso Hilfsmittel für eine rückenschonende Pflege. Nur ein kleiner Nebeneffekt, den das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) an der m&i Fachklinik Ichenhausen gebracht hat. Es wurde im Herbst 2013 installiert. Martina Vohs, zuständig für innerbetriebliche Fortbildung, ist davon überzeugt, dass es sich bewährt hat – mit vielen weiteren positiven Nebeneffekten. „Man begegnet sich dann einfach anders“, sagt sie über das Miteinander der Mitarbeiter im Haus.

Drei Kassen beteiligt

An dem BGM in Ichenhausen sind drei Krankenkassen beteiligt: die AOK Günzburg, die DAK und die Barmer GEK. Sie haben in der Fachklinik das hauseigene Angebot in Sachen BGM ergänzt und erweitert. Nicht nur in der Fachklinik Ichenhausen hat sich das BGM bewährt. Ottmar Pfanz-Sponagel von der AOK Günzburg berichtet in der „Augsburger Allgemeinen“, bei bayernweit mehr als 300 von der AOK befragten Unternehmen hätten sich die weichen Faktoren durch Betriebliches Gesundheitsmanagement deutlich verbessert.

Regelmäßig Sport treiben

Karl Anwander, Kaufmännischer Direktor, und sein Stellvertreter, Personalleiter Stefan Krotschek, sehen weitere wesentliche Vorteile des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Krotschek zum Beispiel versucht, mit regelmäßigem Sport vorzubeugen. Auch die hauseigene Laufgruppe, die es neben der Walkinggruppe dank BGM für die Mitarbeiter der Klinik gibt, ist für ihn „ein gesetzter Termin“.

Entspannung mit einem Stück Schokolade

Und hin und wieder nutzt Krotschek auch eine probate Entspannungsstrategie, die bei sparsamer Dosierung nicht schaden muss: „Im Akutfall hilft Schokolade“, sagt er – und lacht. Kein Stress wegen der Kalorien!, ist die Devise, Lachen diene auch der Gesundheit und kann Stress mildern.

Mehr Produktivität dank BGM

Die Kommunikation in den Unternehmen beispielsweise habe sichtlich zugenommen, sagt Pfanz-Sponagel. Christian Neumaier von der DAK berichtet zudem von sinkenden Fehlerquoten und gewachsener Produktivität dank BGM. Und mit Roland Hofmiller, Bezirksgeschäftsführer der Barmer GEK, sind sich alle Beteiligten einig, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement mehr ist als die üblichen Präventionskurse.

Arbeitsplatzanalysen in der Pflege

Pfanz-Sponagel denkt zudem an die Arbeitsplatzanalysen in der Pflege. „Das sind Eins-zu-Eins-Kontakte“, sagt er, „individueller kann man es fast nicht machen.“ Für die nähere Zukunft richtet man in der Fachklinik den Fokus auf Familienfreundlichkeit. Wer zu Hause Angehörige pflegt, könnte von der Fachkompetenz der Klinik profitieren, der Sozialdienst könnte bei Fragen zur Pflegeeinstufung beraten.

Attraktivität der Klinik im Zeichen des demographischen Wandels

Anliegen sei es, den Mitarbeitern möglichst gute Arbeitsplätze zu bieten, sagt Anwander. Nicht die Krankheitsquote stehe beim BGM im Vordergrund, sondern die Attraktivität der Klinik als Arbeitgeber – vor allem auch im Hinblick auf eine älter werdende Belegschaft.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen

Aktuelle Veranstaltungen