28.02.2019

Wenig Nachfrage beim „Sabbatjahr“ in Teilzeit

Nur wenige Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen gönnen sich mit einem Sabbatjahr eine Auszeit vom Berufsalltag. Im Jahr 2018 haben in NRW nur 3.286 von insgesamt 280.000 Beamten diese Möglichkeit genutzt, wie das Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte. Das sind nicht einmal zwei Prozent.

Sabbatjahr

Das „Sabbatjahr“ im Landesbeamtengesetz

Mit der Novellierung des Landesbeamtengesetzes waren in NRW 2016 die Optionen für den umgangssprachlich als „Sabbatjahr“ bezeichneten befristeten Langzeiturlaub vom Arbeitsalltag erweitert worden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.

Wie sieht die Umsetzung aus?

Unter Sabbatjahr wird eine Teilzeitbeschäftigung nach § 65 Abs. 1 des Landesbeamtengesetzes NRW verstanden, die auf Antrag auch in der Weise bewilligt werden kann, dass während eines Teils des Bewilligungszeitraums die Arbeitszeit bis zur regelmäßigen Arbeitszeit erhöht und diese Arbeitszeiterhöhung während des unmittelbar daran anschließenden Teils des Bewilligungszeitraums durch eine entsprechende Ermäßigung der Arbeitszeit oder durch eine ununterbrochene Freistellung vom Dienst ausgeglichen wird. Das gilt aber nur, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Der gesamte Bewilligungszeitraum darf höchstens sieben Jahre betragen.

Wie hoch ist die Nachfrage?

Von dieser Möglichkeit haben im Jahr 2018 in NRW nur 3.286 von insgesamt 280.000 Beamten Gebrauch gemacht. Noch niedriger ist die Quote bei den rund 195.000 Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes. Von ihnen nutzten nur 487 und damit weit weniger als ein Prozent die Möglichkeit zur „Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell“. Vergleichszahlen aus den Vorjahren liegen dem Landesamt für Besoldung und Versorgung nach Angaben des Ministeriums nicht vor.

Welche Modelle sind möglich?

Möglich sind verschiedene Blockmodelle mit unterschiedlich langen Anspar- und Freistellungsphasen. Das in der Ansparphase reduzierte Gehalt wird während der Auszeit in derselben Höhe gezahlt.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)