News | Personalrat
22.05.2015

Weiterbildung erhöht die Motivation der Beschäftigten

In einem motivierten Kollegenkreis arbeiten zu können, dürfte für jeden angenehm sein. Grund genug für einen Personalrat, sich auch um die Förderung der Motivation der Beschäftigten zu kümmern. Was kann er konkret dazu tun? Er kann sich u.a. verstärkt für mehr Fortbildungsmöglichkeiten in der Dienststelle einsetzen. Denn drei von vier Deutschen sehen in guten Weiterbildungsmöglichkeiten einen essenziellen Faktor, wenn es um die Attraktivität eines Jobs geht. Der Personalrat hat nach den meisten Personalvertretungsgesetzen die Möglichkeit, bei den allgemeinen Regelungen zu Fragen der Fortbildung mitzubestimmen.

Weiterbildung© Wavebreakmedia Ltd /​​​​ Wavebreak Media /​​​​Thinkstock

In einem motivierten Kollegenkreis arbeiten zu können, dürfte für jeden Beschäftigten angenehm sein. Grund genug für einen Personalrat, sich auch um die Förderung der Motivation der Beschäftigten zu kümmern.

Motivationsfaktor Weiterbildung

Sodexo, ein Anbieter für betriebliche Sozialleistungen und Incentives, befragte in letzter Zeit 1.000 deutsche Arbeitnehmer, was für sie neben dem Kriterium „Gehalt“ einen Arbeitsplatz noch attraktiv macht. Das Ergebnis: Für drei von vier Deutschen sind gute Weiterbildungsmöglichkeiten ein essenzieller Faktor, wenn es um die Attraktivität eines Jobs geht. Allerdings erhalten ganze 46 % nicht die Chance dazu.

Auf Platz eins der Softfaktoren steht unbestritten ein positives Arbeitsklima. 94 % der Befragten sehen darin das A und O für Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Anlehnend an ein gutes Arbeitsklima finden so auch 88 % teamorientiertes Arbeiten wichtig und 82 % wünschen sich regelmäßig Lob und Anerkennung von den Vorgesetzten.

Angebote zur Weiterbildung oft rar

Jedem Zweiten sind Weiterbildungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber versagt. Entsprechende Veranstaltungen werden von vielen Arbeitgebern stark vernachlässig und das, obwohl 76 % der Arbeitnehmer diese als einen der wichtigsten Motivationsfaktoren nennen. Aber lediglich 27 % der Arbeitnehmer in Deutschland können regelmäßig die Vorzüge interner und externer Weiterbildungen nutzen, um sich weiterzuentwickeln. 7 % beklagen, dass es zwar ein Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, sie sich aber die Inhalte nicht gemäß ihrer Interessen und Neigungen aussuchen können. Im Gegenteil diktiert der Arbeitgeber die Maßnahmen.

Bundesländer im Vergleich

Die Umfrage zeigte zudem deutlich, dass alle Regionen Deutschlands ein erhebliches Defizit im Bereich Weiterbildungsmöglichkeiten aufweisen. Egal, ob Nord, Süd, Ost oder West – etwa die Hälfte der dortigen Arbeitnehmer erhält nie oder nur sehr selten die Chance auf eine Weiterbildung. Hingegen zeigen sich Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland noch am großzügigsten: 36 % der Einwohner dieser Bundesländer können regelmäßig an internen und externen Weiterbildungen teilnehmen. Diesen Spitzenreitern dicht auf den Fersen sind Baden-Württemberg mit immerhin 30 % regelmäßigen Weiterbildungen und Bremen, Hamburg, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein mit 28 %. Weit abgeschlagen auf dem hinteren Platz liegt Berlin. Lediglich 13 % können hier regelmäßig ihren Horizont bei internen und externen Weiterbildungsmaßnahmen erweitern.

Chance zur Mitarbeiterbindung

Die Sodexo-Umfrage ergab auch, dass über die Hälfte der Arbeitnehmer 2015 aktiv nach einer neuen Stelle suchen oder wechseln würde, wenn sich ein besseres Weiterbildungsangebot ergäbe, heißt es.

Flexibilität und Work-Life-Balance

Natürlich gibt es außer einem positiven Arbeitsklima, Teamwork und Anerkennung auch noch weitere wichtige Wohlfühlfaktoren. Eine gute Work-Life-Balance ist für 80 % der Befragten der nächstwichtigste Faktor für einen zufriedenstellenden Job. In diesem Zusammenhang förderte die Umfrage auch einen interessanten Teilaspekt zutage: Während man der jüngeren Generation immer nachsagt, dass sie besonderen Wert auf Flexibilität und Selbstbestimmung legt, sind es laut Umfrage die zwischen 35- und 54-Jährigen, die diese Punkte stärker fordern. Flexible Arbeitszeiten und Home-Office finden beispielsweise knapp die Hälfte der über 35-Jährigen sehr wichtig, während es nur 37 % der unter 35-Jährigen tun.

Zur Work Life-Balance gehört auch, dass abends irgendwann einmal Schluss ist. Guter Kontakt zu Kollegen in der Freizeit ist aus dieser Überlegung heraus nur für 50 % der Befragten wichtig oder sehr wichtig. Auch regelmäßige Team-Events sind nur bei rund der Hälfte gefragt. 77 % bewerten hingegen die Familienfreundlichkeit ihres Arbeitgebers als wichtig oder sehr wichtig.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“.)

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen

Aktuelle Veranstaltungen