12.12.2019

Weiterbeschäftigung über die Altersgrenze hinaus nimmt zu

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen auch im fortgeschrittenen Alter. Die Zahl der über 60-jährigen Beschäftigten ist seit 2007 drastisch auf fast acht Prozent um das Dreifache gestiegen. Das ergab eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion.

Weiterbeschäftigung

Ein Thema für den Personalrat

Das wird ein Personalratsmitglied interessieren, wenn es im Personalrat über einen Antrag auf Weiterbeschäftigung über die Altersgrenze hinaus zu beraten hat:

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung

In manchen Bereichen ist mehr als jeder zehnte Beschäftigte 60 Jahre oder älter. 2007 gehörten 903.488 Beschäftigte dieser Gruppe an. Bis 2018 stieg die Zahl kontinuierlich auf 2.609.777. Damit wuchs die Zahl der älteren Beschäftigten stärker als insgesamt. Ihr Anteil lag im Jahr 2007 bei 3,34 Prozent; 2018 bei 7,93 Prozent. Am höchsten war der Anteil im vergangenen Jahr im Bereich der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung – nämlich 12,3 Prozent aller Beschäftigten. Im Bereich Erziehung und Unterricht waren es 10,8 Prozent, bei der Wasserversorgung und Abfallentsorgung 10,1 Prozent. Beamte sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Entwicklung der Altersrente

Die Zahl der jungen Rentner zwischen 60 bis 65 Jahren hat folglich drastisch abgenommen: 2008 bezogen noch mehr als 1,3 Millionen Menschen in diesem Alter eine Altersrente, Ende 2018 waren es nur noch 723.000 Personen. Gleichwohl sind Ältere weiter unterdurchschnittlich erwerbstätig; ein gutes Viertel der Menschen zwischen 55 und 65 Jahren geht laut einer Information der Bundesagentur für Arbeit keiner bezahlten Arbeit nach und sucht auch nicht danach, bei der Gesamtbevölkerung zwischen 15 und 65 sind es nur ein gutes Fünftel.

Ein Grund für die Entwicklung ist, dass das Rentenalter seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben wird. Nach Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 im Jahr 2014 stieg die Zahl der Bezieher im Alter von 63 bis unter 66 Jahren andererseits auf 584.000 Ende vergangenes Jahr.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)