News | Arbeitsrecht
10.11.2015

Weihnachtsgeld für über die Hälfte der Beschäftigten

Ein paarmal werden wir noch wach – heißa, dann ist … Zahltag? Doch wer bekommt Weihnachtsgeld? Und was sehen die Tarifverträge vor? Näheres dazu wollten lohnspiegel.de und Hans-Böckler-Stiftung wissen. Sie fragten rund 8.800 Beschäftigte – und bekamen zumal für Betriebsräte nicht uninteressante Antworten.

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Chancen auf Weihnachtsgeld

Arbeitsrecht. Die wichtigste Erkenntnis: Rund 54 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld. Allerdings sind die Aussichten darauf ungleich verteilt. Den größten Unterschied macht es dabei, ob nach Tarifvertrag bezahlt wird oder nicht:

  • Mit Tarifvertrag erhalten 72 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld,
  • ohne können sich nur 42 Prozent auf die Sonderzahlung freuen.

Standort, Geschlecht und Vertragsverhältnis

Weiter sind Standort, Geschlecht und Vertragsverhältnis entscheidend. 56 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland bekommen Weihnachtsgeld, in Ostdeutschland nur 40 Prozent. Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld als Männer. Bei den Frauen sind es 50 Prozent, bei den Männern dagegen 56 Prozent.

Arbeitsvertrag und Gewerkschaft

Beschäftigte mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen zu 55 Prozent ein Weihnachtsgeld, befristet Beschäftigte nur zu 45 Prozent. Beschäftigte in Leiharbeit erhalten zu 49 Prozent ein Weihnachtsgeld. Mitglieder einer Gewerkschaft sind der Umfrage zufolge im Vorteil. 66 Prozent von ihnen erhalten Weihnachtsgeld, Nichtmitglieder dagegen nur zu 51 Prozent.

Tarifverträge mit Weihnachtsgeld

Grundsätzlich sehen in den meisten Wirtschaftszweigen die geltenden Tarifverträge ein Weihnachtsgeld vor. Dies zeigt die Auswertung des WSI-Tarifarchivs. Es wird überwiegend als fester Prozentsatz vom Monatseinkommen berechnet. Die in den einzelnen Tarifverträgen festgelegten Prozentsätze haben sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Wo dieses Jahr höhere Tarifabschlüsse erzielt wurden, steigen laut Studie auch die tariflichen Weihnachtsgelder stärker.

Über fünf Prozent vom Monatseinkommen in der Papierbranche

Die Spanne reicht von einem Prozent in der Druckindustrie, 2,1 Prozent im Bankgewerbe, 2,4 Prozent im Versicherungsgewerbe, 2,8 Prozent in der chemischen Industrie West, über 3,4 Prozent in der Metallindustrie und 3,6 Prozent bei der Deutschen Bahn AG bis zu 5,1 Prozent in der Papier verarbeitenden Industrie.

Hohes Weihnachtsgeld im Bankgewerbe

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld erhalten unter anderem die Beschäftigten im Bankgewerbe, in der Süßwarenindustrie, in der Chemieindustrie, in der Druckindustrie sowie in der Textilindustrie (Westfalen) – 95 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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