25.01.2018

Wecken Sie Interesse am Betriebsrat

Blicken Sie bei Betriebsversammlungen immer in die gleichen Gesichter? Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Arbeit an verschiedenen Arbeitnehmergruppen vorbeigeht? Nehmen Sie das nicht einfach als gegeben hin, denn solche „Verweigerer“ schwächen mit ihrer Passivität die Position des Betriebsrats. Zeit, sich zu überlegen, wie Sie mit neuen Methoden solche Zielgruppen besser erreichen.

Wecken Sie Interesse am Betriebsrat

Geschäftsführung Betriebsrat. Wenn Betriebsräte mit der bisherigen Kommunikation bestimmte Zielgruppen nicht erreicht haben, wird es Zeit, etwas Neues zu versuchen. Hier hilft zunächst eine kleine Analyse: Schauen Sie bei der nächsten Betriebsversammlung, welche Gruppen sich beteiligen und wer nicht.

Mehr vom Erfolgreichen

Schauen Sie sich zunächst die Zielgruppen und Arbeitnehmer an, die Sie nach Ihrer Beobachtung gut erreichen und zur Teilnahme an Veranstaltungen motivieren können. Wie schaffen Sie es, dass diese Personen sich interessieren? Sie können diese natürlich auch einfach fragen, warum sie zur Betriebsversammlung kommen. So kann es beispielsweise sein, dass Arbeitnehmer immer dann kommen, wenn ein bestimmter Kollege auch geht oder die Betriebsversammlung an einem bestimmten Tag oder zu einer bestimmten Uhrzeit stattfindet. Andere Hinweise können auch grundsätzlicher Natur sein, z.B. Solidarität mit dem Betriebsrat oder mit Kollegen, die von Maßnahmen des Arbeitgebers betroffen sind. Neben dem Grund zur Teilnahme fragen Sie auch nach, über welchen Kanal die Arbeitnehmer von der Veranstaltung erfahren haben.

An Erfolge anknüpfen

Haben Sie Gruppen identifiziert, die der Betriebsrat gut erreichen kann, versuchen Sie noch mehr Mitglieder aus diesen Gruppen auf Ihre Seite zu ziehen. Kommen viele aus bestimmten Abteilungen, intensivieren Sie die bisherigen Maßnahmen und setzen Sie neue ein (z.B. persönliche Ansprache), da hier das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag besonders günstig erscheint.

Weniger von dem, was nicht klappt

Um mehr von dem machen zu können, was gut läuft, müssen Sie Ihren Aufwand dort reduzieren, wo Sie weniger erfolgreich sind. Das verschafft Ihnen die notwendigen Kapazitäten. Bauen Sie auch hier auf Ihren Beobachtungen auf und nehmen Sie vor allem jene Zielgruppen unter die Lupe, die Ihre Veranstaltungen nur wenig bis gar nicht besuchen. Dabei ist es kein Widerspruch, wenn in einer Abteilung z.B. der Aufruf über Plakate gut klappt, in einer anderen gar nicht. Die Empfänger sind unterschiedliche Typen von Arbeitnehmern mit verschiedenen Arbeitsbedingungen, da kann einmal etwas funktionieren, ein anders Mal nicht. Sind bestimmte Maßnahmen nicht erfolgreich, lassen Sie sie weg und ersetzen sie durch andere Ideen.

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Hinweis

Arbeitnehmer mit geringen oder besonderen Arbeitszeiten (Schichtdienst) sowie Kollegen im Außendienst werden häufig vom Betriebsrat nicht erreicht. Zeichnen Sie Betriebsversammlungen auf und hinterlegen Sie den Film im Betriebsrat-Intranet. Dadurch haben viele die Möglichkeit, sich zeitunabhängig die Veranstaltung anzuschauen und fühlen sich vom Betriebsrat wertgeschätzt.

Klassisch und originell zugleich

E-Mail-Rundschreiben sind praktisch und informativ, allerdings werden sie oft gar nicht erst geöffnet oder schnell weggedrückt. Deshalb sind in Abteilungen mit wenig Interesse an der Betriebsratsarbeit eher klassische Maßnahmen gefragt. – Beispielsweise können Sie eine Kampagne mit Versammlungen in den Räumlichkeiten der Abteilung organisieren. – Oft wirkt es auch Wunder, wenn Sie persönlich in den Abteilungen vorbeigehen, zum Beispiel kurz vor einer Betriebsversammlung. – Verteilen Sie kleine Geschenke an alle, die Sie einladen – zum Beispiel eine Süßigkeit. Das wirkt verpflichtend. Auch Guerilla-Marketing ist erlaubt: Informieren Sie den Abteilungsleiter, dass einige Arbeitnehmer zur Betriebsversammlung gehen möchten – auch wenn Sie nicht wissen, ob das stimmt. Seine Nachfrage bei den Arbeitnehmern („Wer von Ihnen geht da hin?“) wird unter Umständen einige ermutigen, genau das zu tun.

Betriebsrat INTERN

Autor: Martin Buttenmüller (ist Journalist und Chefredakteur des Fachmagazins Betriebsrat INTERN.)