News | Geschäftsführung Betriebsrat
08.01.2016

VW-Konzernbetriebsrat fordert mehr Kompetenz bei Nachhaltigkeit

Der Dieselabgasskandal hängt Autobauer Volkswagen im neuen Jahr nach. Auch die Arbeitnehmervertretung war zuletzt ins Fadenkreuz der Kritik geraten. Nun will der Konzernbetriebsrat zum Jahresauftakt bei einem Spitzentreffen die Vergangenheit aufarbeiten.

Nachhaltigkeit© fotohansel /​ fotolia.com

Kompetenz von außen

Geschäftsführung Betriebsrat. Volkswagen braucht mehr Kompetenz in Sachen Nachhaltigkeit. Und die sollte tunlichst von außen kommen. Das zumindest fordert der Volkswagen-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. Der „mächtige Arbeitnehmervertreter“, so das Fachblatt „Motortalk“, wünsche sich deshalb fürs neue Jahr einen entsprechenden Beirat auf Konzernebene.

Hochkarätiges Gremium

Das Gremium müsse „hochkarätig“ und mit „externen, kritisch-konstruktiven Köpfen“ besetzt werden. Mögliche Namen für den Fachleutekreis habe er gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ nicht genannt. Bei „Nachhaltigkeit“ gehe es Osterloh unter anderem um umwelt- und ressourcenschonendes Autobauen sowie eine attraktive Arbeitswelt. Aber auch die Positionierung der Marken spiele eine Rolle, da Nachhaltigkeit beim Autokauf immer entscheidender werde.

Spitze des Konzernbetriebsrats tagt nächste Woche

Der Konzernbetriebsrat startet dem Bericht zufolge am 15. Januar mit einem Spitzentreffen ins neue Jahr. Dabei gehe es sowohl um die weitere Aufarbeitung und die Konsequenzen aus dem Diesel-Skandal als auch um die weitere Gestaltung des Gesamtkonzerns und der eigenen Gremien. Auf der Agenda stünden Osterloh zufolge beispielsweise:

  • die weitere Organisation des Nutzfahrzeugbereichs; er steht seit gut einem halben Jahr unter dem Dach einer eigenständigen Holding.
  • Digitalisierung und Elektromobilität und
  • um den nächsten VW-Haustarif; er läuft im Mai aus.

Einflussnahme im Aufsichtsrat

Im Aufsichtsrat der VW AG sitzen neben Vertretern der Anteilseigner der Familien Porsche und Piëch, des Landes Niedersachsen und des Golfstaates Qatar oder der Skandinaviska Enskilda Banken AB auch führende Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter wie:

  • Uwe Fritsch, Vorsitzender des Betriebsrats Werk Braunschweig der Volkswagen AG
  • Babette Fröhlich, Industriegewerkschaft Metall, FB Koordination der Vorstandsaufgaben und Planung
  • Jörg Hofmann, Industriegewerkschaft Metall
  • Uwe Hück, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Porsche AG
  • Johan Järvklo, Vorsitzender der IF Metall der Scania AB
  • Peter Mosch, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Audi AG
  • Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG
  • Stephan Wolf, Stellvertretender Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG
  • Thomas Zwiebler, Vorsitzender des Betriebsrats Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Fragen der Mitverantwortung

Vor allem in Arbeitnehmerkreisen wird man gespannt sein, welche Lösungsvorschläge das geplante Spitzentreffen erarbeiten wird und was an unangenehmen Fragen gestellt werden wird – auch was eine Mitverantwortung der Arbeitnehmervertreter an den jüngsten Vorfällen im Zusammenhang mit dem Dieselabgasskandal angeht.

 

Autor: Friedrich Oehlerking 

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