06.03.2018

Viele Arbeitnehmer gehen trotz Krankheit arbeiten

Nach einer Studie des DGB gehen die meisten Arbeitnehmer trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Arbeitnehmer gehen trotz Krankheit weiter arbeiten. Das zeigen aktuelle Zahlen aus einer repräsentativen Befragung des „DGB-Index Gute Arbeit“. Fast jeder zweite geht sogar eine Woche oder mehr pro Jahr krank arbeiten.

Krankheit

Ergebnisse aus einer Studie

Etwa zwei Drittel der Arbeitnehmer in Deutschland sind im vergangenen Jahr trotz eigener Krankheit ihrer Arbeit nachgegangen. Das ergibt eine Studie des DGB. Unter den Befragten gaben 67 Prozent an, mindestens an einem Tag arbeiten gegangen zu sein, obwohl sie sich „richtig krank gefühlt“ hätten. Fast jeder Dritte gab an, zwei Wochen oder noch länger angeschlagen zur Arbeit gegangen zu sein. Für die Studie wurden im vergangenen Jahr 4.800 abhängig Beschäftigte befragt.

Warnungen des DGB und Robert-Koch-Instituts

DGB und Robert-Koch-Institut warnten in der Welt vor Präsentismus – dem Phänomen, dass sich Beschäftigte trotz Krankheit zur Arbeit schleppen, auch wenn sie gar nicht leistungsfähig sind und andere anstecken können.

Nach einer Meldung der Zeitung „Die Zeit“ heißt es weiter hierzu, dass die Kosten für Präsentismus die durch krank gemeldete Arbeitnehmer um das Zehnfache übersteigen. Allein die US-Wirtschaft erleide durch Präsentismus einen Produktivitätsverlust von 160 Milliarden Dollar pro Jahr, ergab eine US-Studie im Journal of Occupational and Environmental Medicine.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)