Lexikonstichwort | Beitrag aus „Arbeitsrecht für Betriebsräte - online“ 06.04.2016

Versetzung

Bei der Versetzung unterscheidet man einen arbeitsvertraglichen (individualrechtlichen) und einen betriebsverfassungsrechtlichen (kollektivrechtlichen) Begriff. Arbeitsvertraglich versteht man unter einer Versetzung die Zuweisung einer anderen als der vereinbarten Tätigkeit. Es ist dabei unerheblich, ob sich der Arbeitsort, die Art der Arbeit oder die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochentage ändert. Diese arbeitsvertragliche Versetzbarkeit kraft Direktionsrechts ist in Betrieben mit Betriebsrat eingeschränkt, da dieser bei jeder Versetzung ein Mitbestimmungsrecht hat.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ist im Arbeitsvertrag der Arbeitsort vereinbart, so kann der Arbeitgeber keine Versetzung an einen anderen Arbeitsort aussprechen, da ein Teil eines Arbeitsvertrags nicht einseitig geändert werden darf. In diesem Fall muss eine Änderungskündigung ausgesprochen werden.

  • In Betrieben ohne Betriebsrat kann der Arbeitgeber frei über die Versetzung entscheiden, dies nennt man „Direktionsrecht“, wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist.

  • In Betrieben mit Betriebsrat muss der Betriebsrat vor der Versetzung gehört werden, wenn im Betrieb regelmäßig mehr als 20 Arbeitnehmer beschäftigt sind. Eine Versetzung ohne ausdrückliche Zustimmung des Betriebsrats ist nicht möglich.

  • Laut Betriebsverfassungsgesetz kann der Betriebsrat die Zustimmung zu einer Versetzung verweigern, wenn einer der in § 99 Abs. 2 BetrVG genannten Gründe vorliegt. Die Verweigerung der Zustimmung …

Autor: Christian Betz

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