09.08.2021

Vermeidung von Diskriminierung am Arbeitsplatz

Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts ist ein altes Thema, derzeit aber wieder äußerst aktuell und medial präsent. Insbesondere auch am Arbeitsplatz spielt die Benachteiligung von Mitarbeitenden und Teammitgliedern eine große Rolle. Denn immer wieder hören Abteilungsleiter, Personal- und Betriebsräte, dass sich Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen diskriminiert fühlen. Die Folge ist, dass die Betroffenen ungern zur Arbeit gehen und in ihrer Leistungsfähigkeit möglicherweise eingeschränkt sind. Schlimmstenfalls führt es sogar zum Fernbleiben vom Arbeitsplatz und zur Krankmeldung.

Gleichbehandlung

Wie äußert sich Diskriminierung am Arbeitsplatz?

Von Diskriminierung spricht man, wenn Menschen unterschiedlich behandelt werden, und dies aufgrund folgender Kriterien:

  • Geschlecht,
  • Zugehörigkeit zu einer ethischen Gruppe wie beispielsweise Sinti und Roma,
  • Religion oder Weltanschauung,
  • körperliche Einschränkung wie Behinderung,
  • sexuelle Orientierung
  • oder schlicht auch das Alter.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Diskriminierung: die unmittelbare und die mittelbare; bei letzterer werden die Vorschriften zwar eingehalten, die Benachteiligung ist aber dennoch nachvollziehbar. Die Diskriminierung ist nicht zu verwechseln mit Mobbing, das vom Arbeitgeber und auch von Kollegen ausgehen kann, aber in der Regel ganz andere Gründe hat. Bei der Diskriminierung handelt es sich um die generelle Behandlung einer speziellen Gruppe seitens des Unternehmens. Dies ist ein Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz (eigentlich: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, AGG), das am 18.08.2006 in Kraft trat.

Diskriminierung ist verboten

Wenn ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin aus einem der genannten Kriterien schlechter behandelt wird als andere Mitarbeiter, so liegt eine Diskriminierung vor, die gesetzlich verboten ist. Denn alle Arbeitnehmer sind laut Arbeitsrecht gleich zu behandeln. Auch bei der Einstellung spielt sie bereits eine Rolle. Seit einiger Zeit sind bei Stellenausschreibungen die drei Geschlechtskürzel m/w/d hinter der Berufsbezeichnung zu erkennen. Nur so kann sichergestellt werden, dass nicht ein Geschlecht für eine bestimmte Stelle bevorzugt wird, sondern dass eine gleiche Chance für alle besteht, die Stelle zu bekommen. Auch bei der Festsetzung des Entgelts müssen gleiche Voraussetzungen geschaffen sein. Ein männlicher Arbeitnehmer sollte bei gleicher Qualifikation auf demselben Posten nicht mehr als eine weibliche Kollegin verdienen. Ebenso spielt bei der Gewährung freiwilliger Sozialleistungen das Verbot von Diskriminierung eine wichtige Rolle. Auch Muslime und Juden müssen Weihnachtsgeld erhalten wie alle christlichen Kolleginnen und Kollegen. Im Fall von Beförderungen ist es beispielsweise unzulässig, wenn ein homosexueller Mitarbeiter bei Beförderungen grundsätzlich übergangen wird, obwohl er für die freigewordene Stelle genauso oder vielleicht sogar besser qualifiziert wäre. Bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber darauf achten, dass bei betriebsbedingten Kündigungen nicht zuerst Frauen, Muslime und ältere Arbeitnehmer entlassen werden.

Arbeitgeber sind in der Pflicht

Im Fall einer Diskriminierung am Arbeitsplatz können sich Betroffene an die Personalabteilung oder auch an die Geschäftsführung wenden. Auch der Personalrat bzw. der Betriebsrat sind geeignete Anlaufstellen und sollten ein offenes Ohr für die Betroffenen haben. In manchen Unternehmen oder Organisationen gibt es sogar eine interne Beschwerdestelle oder gar eine Antidiskriminierungsstelle, ansonsten können immer auch Vorgesetzte oder Gleichstellungsbeauftragte des Unternehmens konsultiert werden. Betroffene können sich einfach an die Person wenden, zu der das größte Vertrauen besteht.

Im Fall einer konkreten Diskriminierung im Unternehmen ist dieses verpflichtet, zu handeln und dafür zu sorgen, dass die Umstände, durch die sich der betreffende Mitarbeiter diskriminiert fühlt, abzustellen. Wird vom Unternehmen nichts unternommen, so können Betroffene eine Klage vor dem Arbeitsgericht einreichen. Dieses urteilt dann darüber, ob tatsächlich eine Diskriminierung im Sinne des Gesetzes vorliegt. Auch legt das Gericht fest, ob ein Anspruch auf immateriellen Schadensersatz besteht, wenn ein Arbeitnehmer eine persönliche Beeinträchtigung erlitten hat.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)