News | Personalrat
07.10.2015

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Auch Väter wollen mehr!

Das wird Personalräte bestimmt interessieren. 32 % der Väter sowie 19 % der Mütter in Deutschland waren 2012/2013 der Meinung, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. „Das bedeutet: Jeder dritte Vater und jede fünfte Mutter wünschte sich mehr Zeit für die Kinder“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts Ende August 2015 auf der Pressekonferenz.

Vereinbarkeit-Familie-und-Beruf© monkeybusinessimages /​​​ iStock​​ /​​​​​​​​​ Thinkstock

Personalräte diskutieren immer wieder über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Beschäftigten in der Dienststelle. Aus diesem Grund dürften die Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013 interessieren, die der Präsident des Statistischen Bundesamts Ende August 2015 vorstellte. Für Erwerbsarbeit wünschten sich 7 % der erwerbstätigen Väter und 28 % der erwerbstätigen Mütter mehr Zeit. Dagegen würde jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter lieber weniger Zeit mit dem Job verbringen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Zahlen:

Darüber hinaus wurden weitere Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland vorgestellt:

  • Väter und Mütter leisten pro Woche knapp zehn Stunden mehr bezahlte und unbezahlte Arbeit als Personen ohne Kinder. Dies ist vor allem auf ein höheres Pensum an unbezahlter Arbeit zurückzuführen.
  • Mütter wenden mit einer Stunde 45 Minuten pro Tag etwa doppelt so viel Zeit für die reine Kinderbetreuung auf als Väter (51 Minuten).
  • 40 % der Bevölkerung ab zehn Jahren sind ehrenamtlich oder freiwillig engagiert. Männer sind am häufigsten beim Sport aktiv, Frauen dagegen im religiösen Bereich.
  • Fast drei Viertel der Schulkinder unter zehn Jahren nehmen Betreuungsangebote in der Schule oder im Hort in Anspruch (wie beispielsweise Mittagessen oder Hausaufgabenbetreuung).
  • Menschen in Deutschland verbringen sechs Stunden am Tag mit Freizeit. Die zeitlich bedeutendsten kulturellen Aktivitäten sind Fernsehen und Lesen. Seniorinnen und Senioren sind hier Spitzenreiter.
  • Die Zeitverwendung für die Mediennutzung ist in den letzten elf Jahren gestiegen. Mit sozialen Kontakten wird dagegen etwas weniger Zeit verbracht.

Methodische Hinweise:

Die Zeitverwendungserhebung 2012/2013 gibt Aufschluss darüber, wie viel Zeit Menschen in Deutschland für verschiedene Lebensbereiche verwenden. Enthalten sind auch Fragen zum subjektiven Zeitempfinden. Von August 2012 bis Juli 2013 wurden gut 5.000 Haushalte auf freiwilliger Basis befragt. Über 11.000 Haushaltsmitglieder ab zehn Jahren dokumentierten an drei vorgegebenen Tagen in detaillierter Form ihren Tagesverlauf.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )

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