News | Personalrat 20.07.2015

Unruhe um Personalratsvorsitz in Apolda

Der Online-Dienst der Thüringischen Allgemeinen berichtete am 10.06.2015 über Unruhe beim Personal der Stadtverwaltung Apolda. Grund dafür seien die Umstände, unter denen der Personalrat einen neuen Vorsitzenden wählte. Der Unmut gipfelte im Rücktritt von Frau Wille von der Funktion der Schlichtungsstelle gegen Mobbing.

Personalratsvorsitz Apolda

Aus einem der Zeitung vorliegenden internen Schreiben geht im Kern hervor, dass Frau Wille, die zugleich die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten innehat, mit der Art und Weise nicht einverstanden sei, wie man mit der nunmehr ehemaligen Personalratsvorsitzenden Susanne Naujokat umgegangen sei.

Frau Wille nimmt konkret zur Wahl des Personalratsvorsitzenden und des Stellvertreters Stellung. Unter anderem heißt es bei ihr, dass man vom Personalrat „Sozialverantwortlichkeit“ erwartet. „Welche Qualitätsansprüche hat eine Arbeitnehmervertretung im Umgang, in der Zusammenarbeit und in der Kommunikation unter- bzw. miteinander in Ihrem Gremium?“, fragt sie. Und: „Was hat die gestrige Neuwahl eines Personalratsvorsitzenden nach siebenwöchiger Abwesenheit der bisherigen Amtsinhaberin und ohne vorherige Kommunikation nach ihrer Rückkehr noch mit Fairness und Loyalität zu tun?“ Ob es für den Personalrat der Stadt Apolda keine Erfordernisse gibt, wie eine Abwahl bzw. Neuwahl vonstattenzugehen hat, fragt sich Sylvia Wille.

„Abwahl“ der Vorsitzenden unglücklich

Sie kommt nach Informationen der Zeitung zu dem Fazit, über diese Vorgehensweise einer Arbeitnehmervertretung entsetzt und enttäuscht zu sein. Das Vorgehen bei „der Abwahl“ der bisherigen Vorsitzenden entspreche nicht ihren Grundsätzen, wie man Konflikte lösen kann.

Dass es diverse Unklarheiten in der Arbeit von Naujokat gegeben haben könnte, die der als äußerst korrekt geltende neu gewählte Personalratsvorsitzende Jan Arnold entdeckt haben soll, konnte der Bürgermeister nicht bestätigen. Er sagte nach Angaben der Zeitung, dass die Zusammenarbeit zwischen Dienststelle und Personalrat recht gut funktioniert habe. „Wir haben nicht auf Kriegsfuß gestanden.“ Vielmehr habe man Projekte wie gleitende Arbeitszeitregelung, leistungsorientierte Entlohnung und die Mitbestimmung bei Umsetzungen partnerschaftlich und fair zustande gebracht.

Jan Arnold, der vorher in der Straßenverkehrsbehörde Dienst tat, war zuvor als Personalratsvize zurückgetreten und hatte Neuwahlen gefordert. Nach den Gründen befragt, sagte er, dass Frau Naujokat und er „unterschiedliche Arbeitsweisen“ hätten. Für ihn sei das Thema nach der Wahl und der anschließenden Personalversammlung abgehakt. Einige kritische Fragen habe es in dieser gegeben. Er denke aber, dass die zur Zufriedenheit beantwortet wurden.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )