News | Mitbestimmung
22.07.2016

Thyssenkrupp-Betriebsrat gegen Fusion mit Tata

Die Lage in der Stahlbranche ist nach wie vor angespannt. Betroffen davon ist auch Thyssenkrupp. Seit Wochen kursieren Gerüchte über eine Fusion mit dem indischen Mischkonzern Tata. Sie werden jetzt von beiden bestätigt. Der Betriebsrat des deutschen Stahlkonzerns kündigt Widerstand an.

Widerstand gegen Fusion© Andrey Burmakin /​ fotolia.com

Grund für Fusion mit Tata Steel

Mitbestimmung. Keinen plausiblen Grund für eine Fusion mit Tata Steel sehe man. Und: Eine Schließung von Anlagen und Standorten in Deutschland würde zu Widerstand führen. Die mächtigen Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp kündigten Widerstand gegen eine Fusion mit den Indern an.

Bei Beschäftigten für Klarheit sorgen

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußert sich Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath am Montag unmissverständlich. Thyssenkrupp Steel Europe gehöre zu den besten Stahlkonzernen in Europa. Segerath forderte Thyssenkrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger auf, bei den Beschäftigten für Klarheit zu sorgen.

Jeder spricht mit jedem

Beide Unternehmen bestätigten die seit Wochen kursierenden Gerüchte hierzu. „Die gesamte Stahlindustrie in Europa kämpft darum, in einer wirtschaftlich schwierigen Situation zukunftsfähig zu bleiben“, zitiert das „manager magazin“ aus einer Stellungnahme von Thyssenkrupp. Man habe immer gesagt, dass in einer solchen Situation jeder mit jedem spricht, unter anderem auch mit Tata Steel. Ob, wann und mit wem es zu einer Zusammenarbeit kommen werde, sei aber offen.

Betriebsratstreffen im August

„Wir sehen nicht, was durch einen Zusammenschluss mit Tata für uns besser werden soll“, sagte Stahlbetriebsratschef Günter Back. „Das muss Herr Hiesinger uns erklären.“ Die rund 300 Betriebsräte der Stahlsparte wollen sich Back zufolge in der zweiten Augustwoche in Duisburg treffen, um über die Lage zu beraten.

Restrukturierungen im europäischen Stahlbereich

Dabei gehe es auch um die Frage, ob es zu Restrukturierungen im europäischen Stahlbereich komme. Thyssenkrupp beschäftigt dort rund 28.000 Mitarbeiter. Stahlschef Andreas Goss solle dann den Stahlkochern Rede und Antwort stehen, heißt es im „manager magazin“ dazu.

Thyssenkrupp nicht der einzige Kandidat

Am Freitagabend hatte Tata mitgeteilt, es solle ergründet werden, ob ein Gemeinschaftsunternehmen für das Stahlgeschäft in Europa eine sinnvolle Möglichkeit sei. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium. Für die Inder ist Thyssenkrupp nicht der einzige Kandidat, mit dem sie verhandeln. Über eine Konsolidierung in der europäischen Stahlbranche wird angesichts des Drucks durch weltweit niedrige Stahlpreise schon seit längerer Zeit spekuliert. Immer wieder war dabei auch von einer Kombination von Thyssenkrupp und Tata die Rede.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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