21.04.2016

Tätigkeitsbericht: Ihr Aushängeschild auf der Betriebsversammlung

Nirgends können Sie sich und Ihre Arbeit besser präsentieren als auf der Betriebsversammlung. Deren Herzstück ist der Tätigkeitsbericht: Darin präsentieren Sie die Bilanz Ihrer Arbeit, geben Ihre Pläne bekannt und – ganz wichtig – stellen sich den Fragen der Belegschaft.

Vorstellung Tätigkeitsbericht

Geschäftsführung Betriebsrat. Nach dem Motto „Das haben wir gemacht“ soll der Tätigkeitsbericht die Aktivitäten des Gremiums nachvollziehbar machen. Der Inhalt des Berichts ist vom gesamten Betriebsrat zu verantworten und daher zuvor mittels eines förmlichen Beschlusses im Gremium (§ 33 BetrVG) zu verabschieden. Sie dürfen das gesamte betriebliche Geschehen aufgreifen und z. B. auch zur wirtschaftlichen Lage des Betriebs und zu Themen wie etwa der Personalentwicklung Stellung nehmen (s. Übersicht). Der Betriebsrat kann hier auch Wertungen abgeben. Es ist nicht erforderlich, den Bericht den Teilnehmern in der Versammlung schriftlich vorzulegen.

 

Hinweis

Setzen Sie bei der Belegschaft nicht zu viele Kenntnisse über Zusammenhänge, Personen, unternehmerische Entscheidungen, rechtliche Möglichkeiten etc. voraus.

 

Klar formulieren – gut verstanden werden

Der Tätigkeitsbericht wird mündlich vorgetragen. In den meisten Fällen muss er aber vorher schriftlich ausgearbeitet werden – so viele Details und Infos kann man ja nicht im Kopf haben. Achten Sie beim Verfassen darauf, dass Sie nur dann von der Belegschaft verstanden werden, wenn Sie kein „Fachchinesisch“ sprechen:

– Vermeiden Sie die Nennung von Gesetzen und Paragrafen. Verwenden Sie nach Möglichkeit keine Abkürzungen.

– Nehmen Sie die Mitarbeiter mit: Wichtige betriebliche Zusammenhänge – die Sie aus der täglichen Arbeit natürlich kennen – sollten kurz erklärt sowie die Namen und Funktionen verantwortlicher Personen benannt werden.

– Formulieren Sie treffend: Drücken Sie sich nicht zu weitschweifig aus, bleiben Sie beim Thema. Schreiben Sie kurz und prägnant. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und heben Sie dieses hervor. Verwenden Sie keine Füllwörter (also, eigentlich, sozusagen etc.). Sie sind überflüssig und stören nur.

– Formulieren Sie griffig und anschaulich. Einer Rede können die Zuhörer besser folgen, wenn es nicht nur um Abstraktes oder Theoretisches geht. Verwenden Sie deshalb Beispiele. Schildern Sie kurz Fälle, die zum Thema passen. Benutzen Sie Vergleiche, die an Bekanntes anknüpfen.

 

Praxistipp

Die Themen, über die Sie berichteten, sind in der Regel immer komplex und kompliziert. Deshalb ist es besonders wichtig, dass der Tätigkeitsbericht klar gegliedert und klar formuliert ist. Die thematische Unterteilung hat neben der Übersichtlichkeit auch den Vorteil der Arbeitsentlastung: So können unterschiedliche Gremiumsmitglieder einzelne Teile bearbeiten und das Werk später zusammensetzen.

 

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Autor: Silke Rohde (Silke Rohde ist Rechtsanwältin & Journalistin sowie Chefredakteurin von "Betriebsrat kompakt".)