News | Personalrat
26.07.2016

Studie über junge Frauen heute

Was wollen junge Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren im Beruf, in der Familie und im Leben? Hierzu liegt eine interessante Studie vor, in der diese Frage jedoch nicht abschließend beantwortet wird. Als Personalrat sollten Sie aber neue Erkenntnisse aufgreifen, um in Ihrer eigenen „Arbeitszeitpolitik“ wichtige und zeitgemäße Bausteine zu entwickeln. Sie können diese Studie „Was junge Frauen wollen“ nachlesen unter: www.fes.de/de/studie-was-junge-frauen-wollen/

Junge Frauen© Artikelnummer: 122432107 /​​​​ Ingram Publishing /​​​​​​​​​​ Thinkstock

Was sind die Vorstellungen der jungen Frauen zwischen 18 und 40 Jahren? Mit dieser Frage befasst sich eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veranlasste Studie. Man geht davon aus, dass sich für Frauen die gesellschaftlichen Normen und Institutionen verändert haben und sie folglich wesentlich größere Freiheitsspielräume in ihrer Lebensgestaltung haben. 73 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter gehen in Deutschland einer Berufstätigkeit nach – allerdings häufig in Teilzeit.

Noch immer aber lässt sich beobachten: Sobald Kinder ins Spiel kommen, setzt häufig eine Retraditionalisierung der Geschlechterrollen ein. Frauen übernehmen auch noch 2016 in Deutschland den weitaus größten Teil der Sorgearbeit – sowohl was Kinder betrifft als auch pflegegebedürftige Angehörige und alte Menschen. Es sind vor allem Frauen, die nach den Elterngeldmonaten ihre Arbeitszeit reduzieren, und aus dieser Arbeitszeitverkürzung resultiert für viele ein dauerhafter Teilausstieg aus dem Beruf.

Junge Frauen wollen mehr Erwerbstätigkeit

Das Vorwort der Studie verweist auf verschiedene andere Studien, die sich mit der Arbeitszeit von Frauen (und Männern) in Deutschland befassen. Danach werde deutlich, dass viele Frauen ihre Erwerbstätigkeit erhöhen möchten. Männer hingegen arbeiten fast immer in Vollzeit (plus Überstunden) und wollen ihre Arbeitszeit häufig reduzieren. Im Grunde zeigen die Daten also ein großes Potenzial für eine egalitäre und partnerschaftlichere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Zahlreiche Frauen zwischen 18 und 40 Jahren aus allen sozialen Schichten und Milieus wurden interviewt. Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war beteiligt.

Risiko für berufliche und finanzielle Nachteile

Nach den Ergebnissen der Studie ist die Gleichstellung in der Berufswelt ein beherrschendes Thema. Viele junge Frauen befürchten mit Blick auf das Kinderkriegen einen gravierenden Einschnitt in ihrem Leben und ziehen dabei eine deutliche Verbindung zur fehlenden Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Sie beobachten in ihrem Umfeld, welche Auswirkungen Kinder auf das Leben von Freundinnen haben und sie sehen klar das Risiko in finanzielle Abhängigkeit zu geraten und befürchten berufliche Nachteile.

Eine partnerschaftlichere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern scheint der zentrale Ansatzpunkt zu sein.

Die Studie zeigt außerdem: Junge Frauen ab 30 Jahren favorisieren mehrheitlich eine Arbeitszeit zwischen 30 und 35 Wochenstunden.

Autor: Werner Plaggemeier 

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