20.01.2021

Steuerentlastung und Eigenverantwortung beim Homeoffice

Um auch zu Hause Arbeitsunfälle oder das Entstehen von Berufskrankheiten zu vermeiden, kommt Beschäftigten im Homeoffice eine besondere Eigenverantwortung zu. Steuerpflichtige können für jeden Kalendertag, an dem sie ausschließlich in der häuslichen Wohnung in Form von Homeoffice arbeiten, einen Betrag von fünf Euro geltend machen. Dies sieht das im Dezember 2020 beschlossene Jahressteuergesetz vor.

Homeoffice

Mitwirkungspflicht der Beschäftigten gilt auch im Homeoffice

Beschäftigte im Homeoffice haben eine besondere Eigenverantwortung, um auch zu Hause Arbeitsunfälle oder das Entstehen von Berufskrankheiten zu vermeiden. Das betont die Bundesregierung in ihrer Antwort (BT-Drucksache 19/24313) auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion. Zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren würden alle Beschäftigten des Bundes nach den Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes regelmäßig unterwiesen, heißt es in der Antwort. Gemäß Arbeitsschutzgesetz bestehe eine Mitwirkungspflicht der Beschäftigten und somit insbesondere im Homeoffice eine Eigenverantwortung hinsichtlich der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen. Gegen den Willen der Beschäftigten hätten Arbeitgeber jedoch kein Zutrittsrecht zum Arbeitsplatz zu Hause und damit auch keine Möglichkeit zur Überprüfung der Vorgaben, schreibt die Regierung.

Fünf Euro für jeden Kalendertag

Wer im Homeoffice arbeitet, kann mit steuerlichen Erleichterungen rechnen. Der Bundesgesetzgeber legt in dem neuen Jahressteuergesetz fest, dass Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem sie ausschließlich in der häuslichen Wohnung gearbeitet haben, einen Betrag von fünf Euro geltend machen können. Wie es in der Gesetzesbegründung heißt, kann die Pauschale in den Fällen in Anspruch genommen werden, in denen die Voraussetzungen für den Abzug von Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nicht vorliegen. „Erfüllt der häusliche Arbeitsplatz des Steuerpflichtigen nicht die Voraussetzungen für den Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, kann der Steuerpflichtige einen pauschalen Betrag von fünf Euro für jeden Kalendertag abziehen, an dem er seine gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt“, heißt es. Gewährt wird die Pauschale nur für Tage, an denen die Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wird. Sie ist auf einen Höchstbetrag von 600 Euro im Jahr begrenzt und soll in den Jahren 2020 und 2021 gewährt werden.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)