News | Geschäftsführung Betriebsrat
22.04.2016

Stellenabbau bei Sana-Klinik: Betriebsrat droht mit Streiks

Krank – das könnten Pläne der Sana-Kliniken in Duisburg jetzt ihre Mitarbeiter machen. Bis Ende Juni sollen demnach 279 ihren Job verlieren. Für jeden von ihnen steht vor dem Klinikgelände ein Kreuz mit Bild. Sie alle tragen das Kreuz des anderen mit – wenn es sein muss, mit Streiks.

Stellenstreichungen© Gabiele Rohde /​ fotolia.com

Stellenstreichungen in Küche und beim Reinigungspersonal

Geschäftsführung Betriebsrat. 300 Stellen will der Klinikkonzern Sana bei seiner Klinik in Duisburg bis zum Sommer streichen. Das berichtete letzte Woche u.a. „92.2 Radio Duisburg“. Laut „RP online“ sind es immer noch 279 Stellen sein, die verschwinden sollen. Gedacht wird demnach offenbar allen Stellenstreichungen in der Küche oder beim Reinigungspersonal.

Betriebsrat fordert mehr Zeit für Verhandlungen

Der Betriebsrat fordert demgegenüber einen längeren Verhandlungszeitraum. Bis Ende des Jahres brauche man für die Suche nach einer Lösung. Lenkt die Klinikleitung nicht ein und entlässt schon im Sommer, schließt die Beschäftigtenvertretung Streiks nicht aus.

Ein Kreuz für jeden betroffenen Mitarbeiter

Auf „RP online“ war von 279 Holzkreuzen an den Geländern vor dem Hauptgebäude der Sana Klinik in Duisburg-Wedau zu lesen – ein Kreuz für jeden durch den geplanten Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter. An jedem Kreuz hing das Foto eines solchen Angestellten. Auf dem Vorplatz hätten sich betroffene und solidarische Angestellte versammelt. Sie wollten damit gegen die geplanten Entlassungen demonstrieren. Währenddessen habe im Gebäude der Aufsichtsrat des Unternehmens getagt.

Technikbereiche, Wäscherei und andere patientenferne Bereiche

Das Sana Klinikum hatte im Februar mitgeteilt, Technikbereiche, Wäscherei und andere patientenferne Bereiche auszugliedern. Das Klinikum hatte im vergangenen Jahr der Stadt ihre Krankenhaus-Anteile abgekauft. Sana hält die Ausgliederung für „unumgänglich und branchenüblich“. Sonst könne man nicht konkurrenzfähig bleiben. Den 279 Mitarbeitern soll zum 30. Juni gekündigt werden.

Chancen der Angestellten auf neue Arbeitsplätze erhöhen

Der Betriebsrat hatte gehofft, mit einer Verschiebung des Kündigungsdatums auf den 31. Dezember die Chancen der Angestellten auf neue Arbeitsplätze intern oder extern zu erhöhen. Doch die Geschäftsleitung habe das Angebot einer Fristverlängerung abgelehnt, wie der Betriebsratsvorsitzende Helmut Böckeler berichtete. „Man besteht weiterhin auf den 30. Juni“, so Böckeler. Bis dahin könne man aber keine vernünftigen Lösungen wie Vorruhestand, Abfindungsregelungen oder Versetzungen für die Betroffenen finden.

Statement der Geschäftsführung

„RP online“ zitiert ein Statement der Geschäftsführung: „Der Aufsichtsrat der Sana Kliniken Duisburg verhandelt nicht mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan, da nicht er rechtlich zuständig ist, sondern die Geschäftsführung. Aus diesen Verhandlungen werden wir die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit informieren, sobald es konkrete Ergebnisse gibt.“

Auslagerung von Abteilungen

Betroffenen zufolge war früher noch geplant worden, die Abteilungen auszulagern. Davon sei heute keine Rede mehr. Eine Mitarbeiterin aus dem Schreibdienst: „Die wollen uns einfach weg haben, das finde ich ziemlich hinterhältig.“

Autor: Friedrich Oehlerking ( Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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