News | Betriebsvereinbarung
11.05.2015

Standortsicherung: Goodyear Dunlop kippt Betriebsvereinbarung

40-Stunden-Woche, dafür keine betriebsbedingten Kündigungen an allen sieben Standorten in Deutschland – das war der Deal. Von jetzt auf gleich landete er jetzt dort, wo sonst abgefahrene Reifen landen: auf dem Wertstoffhof. Reifenhersteller Goodyear Dunlop kündigte überraschend einen Vertrag zur Beschäftigungssicherung. Der Betriebsrat zeigt sich entsetzt.

Reifen auf dem Wertstoffhof©Small_World /​ iStock /​ Thinkstock

Betriebsvereinbarung sicherte den Arbeitsplatz

Betriebsvereinbarungen. Fulda. 11. Mai 2015 – Rund 1.500 Fuldaer Mitarbeitern und bundesweit 7.500 Beschäftigten von Reifenhersteller Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH sicherte die Betriebsvereinbarung den Arbeitsplatz – bis jetzt. Das Fuldaer Traditionsunternehmen „Gummi“ kündigte sie jetzt überraschend zum Ende  des Jahres einseitig, berichten die „Osthessen-News“.

Betriebsratsvorsitzende Sauer: Unvorbereitet informiert

Die Fuldaer Betriebsratsvorsitzende Ines Sauer teilte der Online-Plattform mit, sie und der Gesamtbetriebsrat in Hanau seien Ende April unvorbereitet über diese Pläne informiert worden. Am Dienstag dieser Woche habe in Fulda eine Betriebsversammlung stattgefunden. Dabei sei die Belegschaft mit der Aufkündigung des  Standortsicherungspakts konfrontiert worden.

Mitarbeiter äußerst betroffen

„Die Mitarbeiter sind äußerst betroffen gewesen, der Betriebsrat ist entsetzt“, sagte Sauer. „Dies ist nicht der richtige Weg, Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen!“

Betriebsvereinbarung schon viermal nachverhandelt

Die Betriebsvereinbarung besteht seit 17 Jahren. Sie sei seither schon viermal neu verhandelt worden, sagte Sauer. Eine plausible Erklärung für die plötzliche Aufkündigung gebe es ihr zufolge nicht. Zwar sei nicht von der Verlagerung der Produktion ins Ausland die Rede, doch die Geschäftsleitung wolle in Zukunft  „flexibler auf die Gegebenheiten des Marktes reagieren können“, hieß es. Die vertraglich ausgeschlossenen betriebsbedingten Kündigungen seien dabei im Wege. Sie sollten mit der Paktauflösung gekippt werden, so Sauer.

Pohl: Kündigung unnötig

Jörg Pohl, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates: „Die einseitige Kündigung des Standortsicherungspaktes ist nicht nur unnötig.“ Sie sei auch ein Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten. Sie hätten seit vielen Jahren mit überdurchschnittlichem Engagement für das Unternehmen gearbeitet.

Standortschließungen oder Personalabbau

Die Kündigung sei unverständlich, auch weil die Geschäftsführung abstreite, konkrete Pläne für Standortschließungen oder Personalabbau zu verfolgen. Pohl: „Es gibt also keinen Grund, das Betriebsklima mutwillig aufs Spiel zu setzen.“

Autor: Friedrich Oehlerking 

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