01.04.2019

Stadtverwaltung will alle Pausen datenmäßig erfassen

Mitarbeiter der Stadt Duisburg sollen „ausstempeln“, wenn sie eine Pause machen. Die Leitung der Stadtverwaltung sieht das als ein normales Anliegen. Der Personalrat sieht in der beabsichtigten Maßnahme ein kollektives Misstrauen gegenüber den Beschäftigten. Eine Einigungsstelle soll nun die Angelegenheit abschließend klären.

Pausen

Der Personalrat ist dagegen

Ganz normaler Arbeitsalltag oder Akt des Misstrauens und Gängelei von Mitarbeitern? Diese Frage wirft die Westdeutsche Allgemeine Zeitung in ihrem Artikel vom 18.02.2019 auf. Die Leitung der Stadtverwaltung Duisburg will, dass die Beschäftigten künftig in der Mittagspause „ausstempeln“. Das sei in vielen Behörden und Unternehmen üblich. Der Personalrat ist dagegen.

Allgemeine Dienstanweisung soll geändert werden

Zu dem angestrebten Ziel soll die Allgemeine Dienstanweisung ADA durch Anpassung der Regeln zu den Pausen und sonstigen Arbeitsunterbrechungen geändert werden. Wer seinen Arbeitsplatz und das Gebäude verlässt, soll sich an der digital gesteuerten Stechuhr künftig abmelden. Bisher ist das nicht nötig. Lediglich Arbeitsanfang und Arbeitsende würden erfasst, die halbstündige Mittagspause werde in der digitalen Arbeitszeiterfassung auf die Tarifarbeitzeit von 39 Stunden für Angestellte und 41 Stunden für Beamte addiert.

Normaler Vorgang für die Verwaltungsleitung

Die Verwaltungsleitung sieht darin einen normalen Vorgang. Die Erfassung der Pausenzeit sei eine Anpassung an eine andernorts gängige Praxis und an die Regelungen der flexiblen Arbeitszeit vieler der rund 3.000 betroffenen Mitarbeiter in der Kernverwaltung, die in Gleitzeit arbeiten.

Mitarbeiter könnten auch problemlos bei Bedarf eine längere Mittagspause machen oder Dinge erledigen, künftig eben aber ganz offiziell und mit der entsprechenden Zeiterfassung.

Große Bedenken beim Personalrat

Beim Personalrat und bei vielen Stadtbediensteten ist der Unmut dagegen groß. Man empfindet die Pausenerfassung doch als Misstrauen gegenüber den Mitarbeitern. Die bisherigen Regelungen seien hinreichend. Außerdem befürchtet der Personalrat einen hohen Regelungsaufwand bei der Zeiterfassung und zusätzliche Unklarheiten. Zumal jedes Verlassen des Gebäudes zu erfassen ist, etwa auch bei der Raucherpause vor der Tür. Unklar ist für ihn auch: Was passiert, wenn Mitarbeiter ihre Pause vor oder nach einem Außentermin machen?

Jetzt soll die erstmals eingeschaltete Einigungsstelle eine Lösung finden.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)