News | Personalrat
18.12.2015

Stadtverwaltung Düsseldorf: 20 Prozent weniger Personal

Bei der Stadtverwaltung Düsseldorf drohen harte Zeiten. Nach dem Willen des im letzten Jahr gewählten Oberbürgermeisters Thomas Geisel (SPD) sollen dort rund 2.000 Stellen – das sind 20 Prozent der Belegschaft – in den nächsten Jahren abgebaut werden. Dieser geplante Stellenabbau wird vom Personalrat und der Gewerkschaft Verdi abgelehnt. Dem Vernehmen nach will der Oberbürgermeister mit dem Vorhaben „Verwaltung 2020“ die Verwaltung langfristig demografiefest und damit zukunftssicher machen.

Stellen© Thomas Northcut /​​​​​​​​ DigitalVision /​​​​​​​​ Thinkstock

Abgeleitet aus demografischen Entwicklungen besteht für die Stadtverwaltung Düsseldorf die Arbeitshypothese, einen vertretbaren Dienstbetrieb mit 20 Prozent weniger Personal als heute sicherstellen zu müssen. So würden in den Jahren 2015 bis 2020 im Durchschnitt 138 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Jahr altersbedingt aus der Verwaltung ausscheiden, 2020 bis 2025 seien es bereits jährlich 301 und in den Jahren 2025 bis 2030 sogar 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pro Jahr. Hinzu komme nach Darstellung der Stadtoberen noch die übliche Fluktuation aus anderen Gründen, die zurzeit bei ca. 280 Beschäftigten pro Jahr liegt.

Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung erhalten

Gleichzeitig werde es immer schwieriger sein, Personal zu finden, da die geburtenschwachen Jahrgänge auf dem Arbeitsmarkt heiß umkämpft sein werden. Die Stadt müsse also davon ausgehen, in Zukunft gar nicht alle Stellen besetzen zu können. Deshalb müsse sie vorausschauend planen, um die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung zu sichern, so der Oberbürgermeister. Die Stadtmanager sollen ein Modell erfinden, das die gleiche Leistung mit 20 Prozent weniger Personal ermöglicht.

Nach Verlautbarungen des Personalrats bei der Stadt seien derzeit fast 1.000 Stellen nicht besetzt. Düsseldorf sei aber eine wachsende Stadt und brauche mehr Personal. „Herr Geisel hat zu Beginn seiner Amtszeit in einer Personalversammlung für Aufbruchstimmung und zusätzliche Motivation bei den Mitarbeitern gesorgt“, sagte der PR-Vorsitzende, „die habe durch dieses Programm, vorsichtig ausgedrückt, arg gelitten“, heißt es in einer Meldung.

In der Verwaltung wird das Thema bereits intensiv diskutiert. So fragt sich die Feuerwehr, warum man nach dem Flughafen-Brand 100 Leute mehr bekommen habe und nun, sollte es bei den Vorgaben bleiben, 200 abgeben müsse.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )

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