31.08.2017

Schwerbehinderung: Zusatzurlaub

Schwerbehinderte Menschen, die in der Fünftagewoche arbeiten, haben Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Urlaubsjahr. Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit des schwerbehinderten Menschen auf mehr oder weniger als fünf Arbeitstage in der Kalenderwoche, so erhöht oder verringert sich der Urlaub entsprechend (§ 125 SGB IX). Gleichgestellte behinderte Menschen haben keinen Anspruch auf Zusatzurlaub (§ 68 Abs. 3 SGB IX). Der Anspruch auf den gesetzlichen Erholungsurlaub und den schwerbehinderten Menschen zustehende Zusatzurlaub setzen keine Arbeitsleistung des Arbeitnehmers im Urlaubsjahr voraus. Ist ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen an seiner Arbeitsleistung im gesamten Urlaubsjahr gehindert, verfallen seine Urlaubsansprüche 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres (§ 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG). Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten, d.h., der Anspruch ist in Geld auszuzahlen (§ 7 Abs. 4 BUrlG).

Strategietipp

Wird die Schwerbehinderteneigenschaft rückwirkend festgestellt, hat der Schwerbehinderte Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs für jeden vollen Monat, in dem die Schwerbehinderteneigenschaft bestanden hat. Der Anspruch erstreckt sich aber nicht auf den Zusatzurlaub aus dem vorangegangenen Urlaubsjahr. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Arbeitnehmer den Anspruch auf den Zusatzurlaub bereits im vorangegangenen Jahr – also während …

Autor: Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa

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