News | Geschäftsführung Betriebsrat
27.05.2015

Schlichtungsgespräche: Bahn-Betriebsratsvorsitzender dringt auf schnelle Einigung

Am heutigen Mittwoch beginnen die Schlichtungsgespräche zwischen Deutsche Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Im Vorfeld hat der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn, Jens Schwarz , an die Kontrahenten appelliert, sich möglichst schnell zu einigen.

Lokführerstreik© digi_dresden /​ fotolia.com

Vertreter von rund 200.000 Eisenbahnern

Geschäftsführung Betriebsrat. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Deutschen Bahn und damit Vertreter von rund 200.000 Eisenbahnern in Deutschland, Jens Schwarz, hat sich in der Auseinandersetzung mit der Lokführergewerkschaft GDL zu Wort gemeldet.

Beschäftigten der Bahn fürchten um Arbeitsplatz

Der inzwischen neunte Lokführerstreik mit seinen wirtschaftlichen Folgen lasse die Beschäftigten der Bahn um ihren Arbeitsplatz fürchten, zitiert das „Handelsblatt“ Schwarz. Der derzeitige Schwebezustand verunsichere die Kollegen zum Teil massiv, so Schwarz. Er appellierte an das Unternehmen und an die Gewerkschaften GDL und EVG, sich schnell zu einigen.

Schwarz unterstützt EVG-Position

Schwarz ist Mitglied der DGB-Gewerkschaft EVG. Er unterstützt deren Position nach einem einheitlichen Tarifvertrag im Bahn-Konzern. „Der integrierte Konzern und die damit verbundene Durchlässigkeit innerhalb des Konzerns gewährleisten unseren Kolleginnen und Kollegen berufliche Perspektiven, die es zu wahren gilt“, fordert er.

GDL will Tarifvertrag für Lokführer und Bahnpersonal

Die GDL versucht dagegen einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer und Bahnpersonal durchzusetzen. Ebenso wie die EVG will die Bahn unterschiedliche Tarifverträge für dieselben Berufsgruppen verhindern.

Platzeck und Ramelow sollen schlichten

Das Bahn-Management hat als Schlichter Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vorgeschlagen. Die GDL hat als Schlichter den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) benannt. Er wolle Medienberichten zufolge ein mögliches Aufflammen weiterer Streiks im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn unbedingt vermeiden, berichtet die „Berliner Morgenpost“.

Kritik an Bahn und Regierung

Ramelow hatte Bahn und Bundesregierung scharf kritisiert. Der Bahn hatte Ramelow zudem vorgehalten, keine Grundlagen für eine Tarifvereinbarung geschaffen zu haben. Dafür zog er sich heftige Kritik vor allem von der Union zu. CDU-Sozialexperte Karl Schiewerling hielt Ramelow vor, seine Schlichtung damit zu beginnen, dass er eine Seite heftig beschimpfe. Schiewerling: „Ich glaube nicht, dass das ein Weg ist, den man gehen kann.“ Schiewerling wies Ramelows Vorwurf zurück, die Regierung wolle mit der Tarifeinheit freie Verhandlungen von Gewerkschaften verbieten.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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