News | Personalrat
03.02.2016

Sabbatjahr erfreut sich großer Beliebtheit

Das „Sabbatjahr“ wird insbesondere bei Lehrern offenbar immer beliebter. In den letzten zwei Jahren haben viele Beamte nach dem Ansparen von Stunden eine meist einjährige Auszeit genommen – ein Anstieg um über 40 % gegenüber den drei Jahren zuvor. So jedenfalls in NRW. Damit fehlen viele Pädagogen bei der Integration der Flüchtlinge.

Sabbatjahr© michaelquirk /​​​​​ iStock /​​​​​​​​ Thinkstock

Das „Sabbatjahr“ wird bei NRW-Beamten immer beliebter. 4.075 Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben in den letzten zwei Jahren nach dem Ansparen von Stunden eine meist einjährige Auszeit genommen – ein Anstieg um über 40 % gegenüber den drei Jahren zuvor. Mehr als 90 % der „Auszeiter“ waren Lehrer, drei davon Viertel Frauen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Frage aus dem Landtag hervor.

Landesbeamte in NRW können über bis zu sieben Jahre bei reduziertem Einkommen Teile der Arbeitszeit ansparen, um dann bis zu einem Jahr aus dem Job auszusteigen. Während das „Sabbatjahr“ im einfachen und mittleren Dienst wegen der Geldeinbußen meist kein Thema ist, befinden sich derzeit allein 3.750 Pädagogen im Sabbatjahr. Daneben sind 177 Polizeibeamte und 93 Finanzbeamte in einer Freistellungsphase. Richter, Ingenieure und Mediziner im öffentlichen Dienst sind kaum betroffen.

Sabbatjahr: Familienphase oder längere Reisen

Gründe für ein Sabbatjahr sind die Familienphase, längere Reisen, die Fertigstellung einer Promotion oder die Abwendung einer Erschöpfung („Burn-out“). Fast die Hälfte der Auszeiten fällt ab dem 55. Lebensjahr an – mit 438 Nutzern stellen die 59-Jährigen die größte Gruppe. Landesweit gab es in den letzten zwei Jahren nur 15 Ablehnungen.

Am häufigsten wird ein Sabbatjahr mit einer Gesamtlaufzeit (Anspar- und Freistellungsphase) von drei oder vier Jahren genutzt. Gesetzlich möglich ist es, sechs Jahre bei reduziertem Gehalt voll beschäftigt zu sein, um anschließend ein ganzes Jahr vom Dienst freigestellt zu werden. Statistisch hat jede zweite der rund 6.000 öffentlichen Schulen in NRW mindestens einen Lehrer im Sabbatjahr.

Autor: Werner Plaggemeier 

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