News | Geschäftsführung Betriebsrat
03.06.2016

Rittal-Betriebsrat schließt Vereinbarung zu Neuausrichtung

Trotz großer Investitionen wird der IT-Hersteller Rittal vier Werke schließen. Das Unternehmen sieht in der „Veränderung die Chance“. Und mit ihm der Betriebsrat. Gemeinsam traf man eine Betriebsvereinbarung dazu.

Zukunftsprogramm© Trueffelpix /​ fotolia.com

Vier Werke bis 2018 geschlossen

Geschäftsführung Betriebsrat. Vier Werke macht Rittal bis 2018 schrittweise dicht: Burbach, Wissenbach, Rennerod und Herborn. Zwei – in Rittershausen und Hof – sollen erweitert und ein komplett neues Werk in Haiger gebaut werden. Insgesamt investiert Rittal in den nächsten Jahren 250 Millionen Euro. Geschäftsleitung und Konzern-Betriebsrat von Rittal haben einen Interessenausgleich geschlossen, schreibt Rittals Kommunikationschefin Regina Wiechens-Schwake in einem Beitrag für die Fachplattform „IT-Zoom“.

Großteil der Mitarbeiter wohl weiterbeschäftigt

Demnach kann man dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter der vier wegfallenden Standorte einen Arbeitsplatz im neuen Produktionsverbund der Region anbieten. Beim Wechsel an einen anderen Rittal-Standort werde die bisherige Betriebszugehörigkeit anerkannt. Rund 570 Arbeitsplätze würden an künftigen Rittal-Standorten neu besetzt.

Bis zu 100 Mitarbeiter betroffen

Nach heutigem Stand der Planungen könne allerdings an den drei verbleibenden Standorten bis zu 100 Mitarbeitern dauerhaft kein Arbeitsplatz angeboten werden – „circa 2 Prozent der Beschäftigten von Rittal in Deutschland“, zitiert Wiechens-Schwake Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Rittal-Geschäftsführung. Die notwendigen Anpassungen sollen „sozialverträglich“ erfolgen, zum Beispiel über Fluktuation oder altersbedingte Austritte. Zusätzlich stelle man Mittel zu Errichtung einer Transfergesellschaft zur Verfügung.

Schließungsprogramm – Zukunftsprogramm

Dem Schließungsprogramm gewinnt auch Markus Betz, Konzern-Betriebsratsvorsitzender von Rittal, als „Zukunftsprogramm“ etwas Gutes ab. Es bedeute „für alle Mitarbeiter eine Herausforderung, aber auch eine Chance“. Betz: „Unsere Mitarbeiter werden in einer hochmodernen Produktionsumgebung arbeiten.“ Die Digitalisierung werde zu ihrem Alltag gehören. Jeder Mitarbeiter, jung und alt, könne Neues lernen und sich weiterentwickeln, so Betz.

Rittal, Teil der Loh Group

Rittal wurde 1961 gegründet. Es ist das größte Unternehmen der inhabergeführten Friedhelm Loh Group mit 18 Produktionsstätten und 78 Tochtergesellschaften weltweit. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 11.500 Mitarbeiter und erzielte eigenen Angaben zufolge 2015 einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro.

Veränderung als Chance

„Die Industrie verändert sich, deshalb müssen auch wir uns verändern“, so Loh. Dabei müsse man immer die Chancen im Blick behalten. Rittal habe bereits viele Veränderungen erfolgreich gemeistert. Loh: „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter und die Betriebsräte, die mit anpacken und die Unternehmensstrategie aktiv unterstützen.“

Bekenntnis zum Standort Deutschland

Mit der Großinvestition in den neuen Produktionsverbund bekenne man sich klar zum Standort Deutschland und zur Region: „Das ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte!“ – und für vier Werke das Ende.

Autor: Friedrich Oehlerking 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen