04.11.2016

Rente: Flexibler Übergang in den Ruhestand

Längeres Arbeiten im Alter soll attraktiver werden. Jeder ältere Arbeitnehmer bekommt mehr Gestaltungsfreiheit und kann künftig entscheiden, wie er in Rente gehen möchte. Das ermöglicht die vom Bundestag beschlossene Flexi-Rente. Ziel des Gesetzes ist es zwar, möglichst viele länger im Erwerbsleben zu halten. Wer älter als 63 Jahre ist, darf künftig zu einer vorgezogenen Rente einen Hinzuverdienst haben, der bis zu 6300 Euro jährlich nicht auf die Rente angerechnet wird. Höhere Verdienste werden bis zur Höhe des bisherigen Bruttoverdienstes anteilig angerechnet.

Beamtenpensionsfonds

Wir berichteten über das Gesetzesvorhaben bereits in einem unserer letzten Newsletter. Nun hat der Bundestag beschlossen, dass Arbeitnehmer mit vollendetem 63. Lebensjahr in Rente gehen und gleichwohl weiter arbeiten können. Wenn der Hinzuverdienst nicht höher als 6.300 Euro jährlich beträgt, wird er nicht auf die Rente angerechnet. Wird diese Verdienstgrenze überschritten, aber nicht der bisherige Bruttoverdienst, werden 40 Prozent des Hinzuverdienstes von der Rente abgezogen. Wer mehr als sein bisheriges Bruttoeinkommen verdient, muss dieses auf die Rente anrechnen lassen.

Rentenansprüche können erhöht werden

Wer trotz Rentenalters weiterarbeitet, erhält höhere Rentenansprüche. Künftig ist es zulässig, in die Rentenversicherung weiter einzuzahlen und damit weitere Entgeltpunkte zu erwerben. Dadurch wird der spätere Rentenanspruch gesteigert.

Wer über das Renteneintrittsalter weiter arbeitet, erhält – wie bisher – einen Anspruchszuschlag von 0,5 Prozent für jeden gearbeiteten Monat. Nun können sie einen Beitrag freiwillig zahlen und dadurch die Rentenansprüche erhöhen.

Ab 50. Lebensjahr ist ein Vorwegausgleich des künftigen Rentenabschlags möglich

Bisher konnte nur ein mindestens 55 Jahre alter Arbeitnehmer durch höhere Einzahlungen in die Rentenversicherung den Rentenabschlag ausgleichen, den er bei früherem Rentenbeginn in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat zu tragen hatte. Jetzt ist es ab dem 50. Lebensjahr erlaubt, entsprechende Einzahlungen vorzunehmen. Dadurch kann der drohende Rentenverlust leichter kompensiert werden.

Gibt es Anreize für Arbeitgeber, Rentner zu beschäftigen?

Den Arbeitgebern ist es künftig erlaubt, bei der Beschäftigung von „Rentnern“ keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung zahlen zu müssen. Dadurch verringern sich deren Bruttolohnkosten, was zur höheren Beschäftigungsbereitschaft beitragen soll.

Künftig gibt es ab 55. Lebensjahr auch Infos zur Rentengestaltung

Über die Gestaltungsmöglichkeiten sollen Arbeitnehmer intensiver informiert werden. Die Rentenauskunft – die jeder ab 55 Jahren erhält – wird um den wichtigen Punkt ergänzt, wie sich das Vorziehen oder Hinausschieben des Rentenbeginns auf die Rente auswirkt.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )