News | Geschäftsführung Betriebsrat
23.09.2016

Reha-Betriebsräte wehren sich gegen Betriebsvereinbarungen

Der Kampf der Betriebsräte bei den Median-Kliniken geht weiter. Letzte Woche protestierten Mitarbeiter in Berlin für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Der Konzern kündigte an, keine Manteltarifverträge mehr abzuschließen. Er soll Betriebsräte zu Betriebsvereinbarungen drängen.

Mediziner, die sich ärgern© HeY /​ fotolia.de

Protest vor Median-Zentrale

Geschäftsführung Betriebsrat. „Gutes Geld für gute Arbeit!“ Unter diesem Motto protestierten am Mittwoch vergangener Woche rund 250 Mitarbeiter aus Median-Kliniken des Tarifgebietes Median Ost vor dem Konzernsitz in der Berliner Bissmarckstraße. Mit dabei waren auch 60 Frauen und Männer, vor allem aus dem therapeutischen Bereich, der Median-Kliniken in Flechtingen bei Haldensleben, berichtet die „Volksstimme“.

Betreuung auf Sparflamme

Damit konnte am Standort im Luftkurort lediglich eine Betreuung auf Sparflamme gewährleistet werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Gewerkschaft Verdi. Früh ab 6 Uhr hatten sich die Flechtinger Beschäftigten auf den Weg gemacht.

Arbeitgeber verweigert Tarifverhandlungen

Die Beschäftigten kämpfen schon seit Monaten für die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber. Mit einem Warnstreik in mehreren Einrichtungen des Reha-Konzerns Median und einer zentralen Protestkundgebung in Berlin wollte die Verdi den Druck auf den Arbeitgeber verstärken.

Mitarbeiter anständig bezahlen

„Median hat noch nicht verstanden, dass man seine Mitarbeiter anständig behandeln und bezahlen muss, wenn man künftig noch genug Personal gewinnen will“, stellte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler fest. Die Beschäftigten wehrten sich gegen Tarifflucht und Rechtsbruch.

Manteltarifverträge gekündigt

Median hat die Manteltarifverträge gekündigt. Das Unternehmen will keine Tarifverträge mehr abschließen. Nun übt Verdi zufolge der Konzern auf einzelne Betriebsräte massiv Druck aus, die Einkommen nicht mehr über Tarifverträge, sondern über örtliche Betriebsvereinbarungen zu regeln.

Beschäftigte gegeneinander ausgespielt

Nur ein Teil der Berufsgruppen erhält demzufolge nach diesen Vereinbarungen mehr Lohn. Verdi vermutet, dass damit die Beschäftigten gegeneinander ausgespielt werden sollen. Zudem werde Beschäftigten mit Sanktionen gedroht, wenn sie den Abschluss von Vereinbarungen mit der Geschäftsführung kritisierten.

 Öffentliche Gelder

Der Gesundheitskonzern bezieht nach Verdi-Informationen öffentliche Gelder. Die Gewerkschaft fordert:

  • Aufnahme von Tarifverhandlungen,
  • Erhöhung der Entgelte und Zuschläge um acht Prozent,
  • Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit,
  • Laufzeit der Tarifvereinbarung rückwirkend seit 1. April 2016 zwölf Monate,
  • Wiederinkraftsetzung des Manteltarifvertrages Median Ost.

Niederländische Investment-Gesellschaft

Von den Warnstreiks ist das Tarifgebiet Median Ost mit etwa 2.700 Beschäftigten erfasst. Insgesamt beschäftigt der Reha-Konzern den Angaben zufolge nach Übernahme der Allgemeinen Hospitalgesellschaft (AHG AG, „Themenwelt Betriebsrat & Personalrat“ berichtete) im Frühsommer bundesweit gut 15.000 Beschäftigte. Er sieht sich damit mit Abstand als größter privater Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Deutschland. An Median ist die niederländische Investment-Gesellschaft Waterland beteiligt.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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