News | Geschäftsführung Betriebsrat
29.06.2015

Protestaktion gegen Personalnot im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen brodelt es. Die immer drängendere Personalnot bringt die Beschäftigten auf die Straße. Gewerkschaft ver.di ruft zu Streiks und Protestaktionen auf. In Bad Dürkheim fand jetzt die größte ihrer Art statt. In Bad Langensalza ist die Leitung der Reha-Klinik so sauer auf ver.di, dass sie nur noch mit dem Betriebsrat verhandeln will.

Personalnot im Gesundheitswesen© Gina Sanders /​ fotolia.com

Reha-Klinik Bad Langensalza bricht Verhandlung mit ver.di ab

Geschäftsführung Betriebsrat. „Rechtlich nicht zulässig“, schimpft ver.di Verhandlungsführer Falk Ludwig laut einem Bericht der „Thüringer Allgemeinen“. Anlass für Ludwigs juristische Einlassung ist die Ankündigung des Prokuristen der Reha-Klinik Bad Langensalza, Patrick Aldorf, die Verhandlungen mit abzubrechen und nur noch mit dem Betriebsrat über eine Lohnerhöhung zu sprechen.

Streik für mehr Lohn

Seit Dienstag vergangener Woche streiken der Zeitung zufolge einige Beschäftigte der Rehaklinik für mehr Lohn. Mit einem Angebot der Geschäftsführung seien sie nicht einverstanden. Ein Tarifangebot von ver.di lehne die Geschäftsführung ab.

Erzwingungsstreik angekündigt

Ludwig kündigte einen Erzwingungsstreik an. Verdi möchte auch mit den Krankenkassen und Versicherungen über höhere Zahlungen verhandeln. Ludwig: „Herr Aldorf hat, als er die Streikenden am Dienstagmorgen begrüßte, mir noch Verhandlungen angeboten.“ Dieses Angebot habe er danach per E-Mail zurückgezogen.

Bundesweite Protestaktionen

Die Streiks in Bad Langensalza reihen sich in bundesweite Protestaktionen von ver.di ein. Nach deren Berechnungen fehlen in Krankenhäusern bundesweit 162.000 Stellen, darunter 70.000 Pflegerinnen und Pfleger. Mit der bislang größten Protestaktion im deutschen Gesundheitswesen hat ver.di vergangenen Mittwoch auf den dramatischen Personalmangel in Kliniken aufmerksam gemacht.

Personalnot im Gesundheitswesen – Gefährdung von Patienten

„Wer den Personalmangel kennt und nichts dagegen tut, nimmt die Gefährdung von Patienten wissentlich in Kauf“, warnte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler anlässlich der Tagung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch in Bad Dürkheim.

„162.000 für 162.000“

Am Mittwochmittag um 13 Uhr hatten Beschäftigte aus mehr als 1.300 Kliniken bundesweit mit einer symbolischen Aktion unter dem Motto „162.000 für 162.000“ jede einzelne fehlende Stelle mit einer Ziffer kenntlich gemacht und vor ihren Krankenhäusern demonstriert. Von den Protesten gegen den Stellenmangel sind ver.di zufolge praktisch alle Krankenhäuser aller Träger – öffentliche, private und kirchliche erfasst. Die bundesweite Protestaktion wird demnach auch von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) unterstützt.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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