News | Personalrat
04.05.2016

Positive Assoziationen zur Mitbestimmung

Nach einer Studie finden 65 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dass in den Betrieben Arbeitnehmer mindestens gleich viel Einfluss haben sollten wie Arbeitgeber. Beim Stichwort „Mitbestimmung“ lag der Anteil positiver Assoziationen bei gut 67 Prozent, bei „Betriebsrat“ kamen sogar knapp 69 Prozent positive Nennungen.

Qualifizierung Beschäftigte© JackF /​ fotolia.com

In einer Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen vom 18.4.2016 haben Forscher das Ergebnis einer Studie zur Mitbestimmung bekannt gegeben. Sie hatten zuvor 1900 Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach ihren Einstellungen zur Mitsprache am Arbeitsplatz befragt. Neben Antworten auf direkte Fragen erbaten die Forscher auch Assoziationen zu Schlüsselbegriffen der Mitbestimmung, weil diese Einblick in tiefer liegende Einstellungen zum Thema zulassen. Die genannten Assoziationen ließen die Wissenschaftler von den Befragten selbst als positiv, neutral oder negativ bewerten.

Der Anteil derer, die finden, dass Arbeitnehmer mindestens gleich viel Einfluss haben sollten wie Arbeitgeber, liegt in der Befragung bei 65 Prozent. Noch deutlicher fällt die Gegenprobe aus: Der Aussage, dass Mitbestimmung falsch sei, stimmten nur 13 Prozent der Befragten zu. Dabei wurde nicht unterschieden zwischen betrieblicher Mitbestimmung und der Mitsprache in Aufsichtsräten. Die Auswertung der Assoziationen stützt das Ergebnis: Beim Stichwort „Mitbestimmung“ lag der Anteil positiver Assoziationen bei gut 67 Prozent, bei „Betriebsrat“ kamen sogar knapp 69 Prozent positive Nennungen.

Die Befürworter der Mitbestimmung sind in fast allen untersuchten Gruppen in der Mehrheit, unabhängig von Qualifikation oder Erwerbsposition. Unter Arbeitern und Angestellten liegt die Zustimmung zwischen 76 und 67 Prozent. Auch unter den leitenden Angestellten und selbst bei Selbstständigen und Freiberuflern findet eine klare Mehrheit, dass die Arbeitnehmer gleich viel Einfluss haben sollten.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Arbeitgeber, die mindestens fünf Beschäftigte haben und deren Betriebe damit betriebsratsfähig sind, halten offenbar wenig davon, ihre Mitarbeiter mitentscheiden zu lassen. Auf die Frage, ob Arbeitnehmer gleich viel Einfluss haben sollten, zeigt sich in dieser Gruppe „eine deutliche Ablehnung“, schreiben die Wissenschaftler in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift WSI-Mitteilungen. Nur ein Drittel wünscht sich gleichberechtigte Beschäftigte

 

Autor: Werner Plaggemeier 

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