28.11.2018

Pflegereport 2018 der Barmer Ersatzkasse

Pflegende Angehörige brauchen mehr gesellschaftliche Unterstützung und Entlastung. Von großer Bedeutung dafür ist eine frühzeitige Beratung, Entbürokratisierung und mehr Unterstützung. So war bei der Vorstellung des aktuellen BARMER-Pflegereports 2018 vom Vorstand der Ersatzkasse zu hören. Die Planungen des Gesetzgebers zur Einführung eines jährlichen Entlastungsbudgets in der Pflege seien daher das richtige politische Signal.

Pflegereport

Unterstützung und Entlastung von Bürokratie

Der Vorstand der BARMER stellte am 08.11.2018 einen neuen Pflegereport der Öffentlichkeit vor. Für den aktuellen Pflegereport hatte die Barmer Ersatzkasse (BEK) die Situation der pflegenden Angehörigen genauer untersucht und eine repräsentative Befragung bei 1.900 Versicherten durchgeführt, die selbst Angehörige pflegen. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Angehörige mehr Unterstützung als bisher benötigen. Auch die Entlastung von Bürokratie wurde in der Befragung als wichtig genannt. Versicherte der BEK werden daher in Kürze die Möglichkeit haben, den Hauptantrag auf Pflegeleistungen online zu stellen.

Was soll Entlastung schaffen?

Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen und zur Entbürokratisierung in der Pflege ist im Koalitionsvertrag der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD ein jährliches Entlastungsbudget vorgesehen. Um Angehörige besser zu unterstützen, sollen darin zukünftig unter anderem Angebote der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie der Tages- und Nachtpflege zusammengefasst werden. Aus Sicht der BEK könnten auch die Entlastungsleistungen von aktuell 125 Euro monatlich in das Budget einbezogen werden.

Während es für Kurzzeit- und Verhinderungspflege Finanzierungshöchstbeträge unabhängig von der Einstufung in einen Pflegegrad gibt, sind die Zahlungen in der Tages- und Nachtpflege nach Pflegegraden gestaffelt. Damit wäre die mögliche finanzielle Auswirkung eines Entlastungsbudgets für die soziale Pflegeversicherung schwer abschätzbar.

Pflege bestimmt das tägliche Leben

Es gibt in Deutschland rund 2,5 Millionen pflegende Angehörige, die meisten (1,65 Millionen) von ihnen sind Frauen. Nur ein Drittel aller Betroffenen geht der Studie zufolge arbeiten, jeder Vierte aber hat seine Arbeit wegen der Pflege reduziert oder ganz aufgeben müssen. Die Pflege bestimme bei 85 Prozent der Betroffenen das tägliche Leben, heißt es im Report. Die Hälfte von ihnen kümmert sich sogar mehr als zwölf Stunden täglich um pflegebedürftige Angehörige. Dazu gehören unter anderem Medikamentenversorgung, Unterstützung beim Essen, bei der Mobilität oder beim Toilettengang.

Der Pflegereport 2018 kann unter folgendem Link gelesen werden:

https://www.barmer.de/blob/170372/9186b971babc3f80267fc329d65f8e5e/data/dl-pflegereport-komplett.pdf

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)