30.03.2016

Pflegeausbildung: Gesetzesentwurf für einheitliches Berufsbild

Die bisherigen drei Ausbildungen Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege sollen zu einem einheitlichen Berufsbild zusammengeführt werden. Mit dieser Ausbildungsreform soll der ,,Zukunftsberuf“ Pflege an neue Anforderungen angepasst werden. Die Sicherung der qualitativen Pflegeversorgung sei eine der gesellschaftspolitisch wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre, heißt es in dem von der Bundesregierung in den Deutschen Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf zur Pflegeausbildung.

Familienpflegezeit

Die sich wandelnden Versorgungsstrukturen erfordern eine übergreifende pflegerische Qualifikation, heißt es. Mit Blick auf den bestehenden Fachkräftemangel sei ferner die nachhaltige Sicherung der Fachkräftebasis eine wichtige Aufgabe. Das Ziel sei, ,,die Pflegeberufe zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, attraktiver zu machen und inhaltliche Qualitätsverbesserungen vorzunehmen“. So nachzulesen in der BT-Drucksache 18/7823.

Nach Angaben der Bundesregierung entsteht mit der Reform der größte Ausbildungsberuf in Deutschland mit mehr als 133.000 Auszubildenden in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege. In den Krankenhäusern steigt der Anteil älterer, demenziell erkrankter Patienten, in den Pflegeheimen nimmt der medizinische Behandlungsbedarf der Bewohner zu. Die ambulante Pflege wird immer wichtiger und ist auf breit qualifizierte und flexibel einsetzbare Pflegekräfte angewiesen.

Pflegeausbildung für alle Arbeitsfelder der Pflege

Die generalistische Pflegeausbildung soll auf einen Einsatz in allen Arbeitsfeldern der Pflege vorbereiten, einen Wechsel zwischen Pflegebereichen erleichtern und den Pflegekräften wohnortnahe Beschäftigungsmöglichkeiten und zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen. Die Ausbildung soll in ein „gestuftes und transparentes Fort- und Weiterbildungssystem eingepasst“ werden. Die Durchlässigkeit zwischen den Qualifikationsstufen werde verbessert.

Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrats. Der erste Ausbildungsjahrgang könnte nach Angaben der Regierung 2018 starten.

Ausgebildet wird dem Gesetzentwurf zufolge mit dem Berufsziel „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“. Die Ausbildung dauert drei Jahre, in Teilzeit maximal fünf Jahre, und ist für die Auszubildenden kostenlos. Bislang wird in manchen Ländern noch Schulgeld erhoben, die Ausbildung ist dort also kostenpflichtig. Dies soll sich nun ändern. Die Ausbildung wird außerdem „angemessen“ vergütet. Der praktische Ausbildungsanteil soll künftig überwiegen.

Voraussetzung für eine Pflegeausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Neu eingeführt werden soll eine Pflegeausbildung an Hochschulen. Das Studium dauert drei Jahre und soll unter anderem ein vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )