12.11.2019

Personelle Entwicklung in den Kitas

Wie viele Kinder von einer Erzieherin durchschnittlich betreut werden, ist in Deutschland ganz und gar nicht einheitlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. In manchen Bundesländern betreuen sogar doppelt so viele Erzieherinnen eine Kindergruppe wie anderswo.

Kitas

Was hat das „Gute-Kita-Gesetz“ verändert?

Eltern haben seit 2013 das Recht auf einen Krippenplatz, sobald ihre Kinder ein Jahr alt sind. Seitdem ist in deutschen Kitas viel passiert. Es wurden mehr Plätze geschaffen. Seit 2019 verteilt der Bund auf der Grundlage des „Gute-Kita-Gesetzes“ 5,5 Milliarden Euro an die Kitas, damit die Kinder intensiver betreut und gefördert werden. Der Betreuungsschlüssel gilt als wichtiges Qualitätskriterium. Folgende Entwicklung ist nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ zu verzeichnen:

Von 2008 bis 2018 ist die Zahl des pädagogischen Personals in den Kitas um über 50 Prozent gestiegen und der Personalschlüssel hat sich im bundesweiten Schnitt ebenfalls verbessert. In den Krippen war eine in Vollzeit arbeitende Erzieherin 2013 noch für 4,6 Kinder zuständig, 2018 waren es 4,2. Bei den über Dreijährigen ist die Entwicklung deutlicher: Eine Erzieherin war 2013 für 9,6 Kinder zuständig, 2018 nur noch für 8,9.

Anzahl der Kinder, die eine Pädagogin durchschnittlich betreut

Bundesland 2013 2018 Trend
Baden-Württemberg 8,0 7,0 +
Bayern 9,1 8,4 +
Berlin 8,6
Brandenburg 11,5 10,5 +
Bremen 7,7 8,3
Hamburg 9,3 8,1 +
Hessen 9,8 9,6 +
Mecklenburg-Vorpommern 14,9 13,2 +
Niedersachsen 8,7 7,9 +
Nordrhein-Westfalen 9,6 8,7 +
Rheinland-Pfalz 9,3 8,6 +
Saarland 10,1 9,7 +
Sachsen 13,5 12,7 +
Sachsen-Anhalt 12,6 11,2 +
Schleswig-Holstein 9,0 8,2 +
Thüringen 11,2 11,6
West* 9,1 8,4 +
Ost 12,7 11,9 +
Deutschland** 9,6 8,9 +

* ohne Berlin; ** 2013 ohne Berlin, 2018 mit Berlin

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)