22.11.2022

Personalräte-Preis 2022 – Beispielhafte Personalratsarbeit

Personalräte haben die zentrale Rolle, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, deren Arbeitsumfeld oder die sozialen Rahmenbedingungen zu verbessern. Besonders gelungene Projekte werden seit zwölf Jahren mit dem Deutschen Personalräte-Preis ausgezeichnet. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Initiativen für Beschäftigte“.

Personalrate-Preis

Keine Anerkennung für die Personalratsarbeit

Der Personalrat steht oft in dem Dilemma, dass seine Leistungen von der Geschäftsleitung wenig gewünscht sind, dagegen von der Belegschaft als selbstverständliche Dienstleistung angesehen werden. Statt Anerkennung und Bestätigung gibt es von beiden Seiten häufig nur Kritik an der Arbeit des Personalrats. Hier will der „Deutsche Personalräte-Preis“ ein Zeichen setzen und konkrete Projekte aus den Jahren 2020–2022 würdigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie von einzelnen Personalratsmitgliedern, kompletten Gremien oder auch dienststellenübergreifenden PR-Kooperationen durchgeführt worden sind. Auch sind JAVen und Schwerbehindertenvertretungen eingeladen, sich ebenfalls zu bewerben und ihre Projekte über den Personalrat einzureichen.

Preis soll Anreiz für Personalräte sein

Diese Auszeichnung soll ein Anreiz für die Gremien seien, sich aktiv, kreativ und gestaltend für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen, des Arbeitsumfelds oder der sozialen Rahmenbedingungen einzusetzen. Die Jury des „Deutschen Personalräte-Preises“ besteht aus renommierten Experten aus der Praxis, den Gewerkschaften und der Wissenschaft. Im Anschluss an die Auswertung und Beurteilung der eingereichten Arbeiten werden bis zu zehn Nominierungen ermittelt und deren Rangfolge festgelegt. Die Kriterien für die Bewertung der einzelnen Arbeiten sind u.a. die Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit der durchgeführten Projekte sowie die konkreten Auswirkungen auf den Alltag in der Dienststelle. Darüber hinaus prüft die Jury alle eingereichten Arbeiten hinsichtlich ihres Innovationsgrads und bewertet die im Projekt umgesetzte Teamleistung auch hinsichtlich Originalität, Nachhaltigkeit und sozialem Einsatz.

Die Nominierten

Zu den diesjährigen Nominierten zählen

  • die Jugend- und Auszubildendenvertretung der Stadtverwaltung Essen für das Projekt „JAV-Forderungen gut verpackt – erfolgreich verhandelt mit neuen Medien“. Hier geht es um Forderungen zur Verbesserung der Ausbildung und zur Steigerung der Attraktivität bei der Nachwuchskräftegewinnung, um den Arbeitgeber auf charmante, aber bestimmte Art zu Verhandlungsgesprächen zu bewegen.
  • Der Personalrat der Stadt Gifhorn ist für die Einführung einer Mitarbeiter-App nominiert
  • und der Personalrat des Klinischen Krebsregisters Niedersachsen (KKN) mit der Aktion „Auf der grünen Wiese – auf Augenhöhe“ zeigt, wie Zusammenarbeit zwischen Personalrat und Dienststellenleitung auf Augenhöhe erfolgreich funktionieren kann und wie die von Natur aus unterschiedlichen Interessen zusammengebracht werden können.
  • Ein weiterer Personalrat im medizinischen Umfeld ist das Gremium der Medizinischen Hochschule Hannover, das aufgrund seiner Krisenbegleitung nach traumatischen Arbeitserfahrungen nominiert ist.
  • Für den „Feuerwehrdialog Schleswig-Holstein – für die Zukunft der Berufsfeuerwehren“ sind die Personalräte der Berufsfeuerwehren Schleswig-Holstein, Lübeck, im Rennen
  • und der Gesamtpersonalrat der Stadtverwaltung Oberhausen für ein Projekt mit dem Titel „Anstelle Zerschlagung: Absicherung der Beschäftigung, der Tarifvertragsstrukturen und der Interessenvertretung“.
  • Für die Betreuung von Schwerbehinderten sind der Gesamtpersonalrat und die Schwerbehindertenvertretung der Universität Potsdam nominiert; sie bemühen sich um eine Inklusionsvereinbarung mit Maßnahmenkatalog.
  • Von der Universität Potsdam ist außerdem der Akademische Personalrat wegen der Anerkennung pandemiebedingter Belastungen von akademischen Mitarbeiter:innen nominiert.
  • Zudem zählt auf Ministeriumsebene der Lehrerhauptpersonalrat des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, zu den Nominierten. Er hat sich um die Arbeitszeitregelung für die unterstützenden pädagogischen Fachkräfte an öffentlichen Schulen in MV verdient gemacht.
  • Und der Gesamtpersonalrat der Landeshauptstadt Stuttgart ist aufgrund seiner Rahmendienstvereinbarung für Digitalisierung und IT im Rennen.

Wir drücken die Daumen!

Autor*in: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)