News | Personalrat 10.02.2016

Personalaufbau im öffentlichen Dienst

Die Flüchtlingskrise hat für einen Kurswechsel hin zu einem Personalaufbau im öffentlichen Dienst gesorgt. Allein auf Bundesebene sind für die Sicherheitsbehörden und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mehr als 5.500 neue Stellen vorgesehen. Einen kräftigen Stellenaufbau gibt es daneben auch in der Arbeitsverwaltung. Denn vor allem die Jobcenter stehen nun vor der Aufgabe, eine wachsende Zahl anerkannter Flüchtlinge zu betreuen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Personalaufbau

Bei den Jobcentern hat die Bundesregierung aktuell 2.800 zusätzliche Stellen im Bereich der Grundsicherung Hartz IV und weitere 800 Stellen im Bereich der Arbeitsförderung vorgesehen – so war über die FAZ zu erfahren. Ein kräftiger Personalaufbau läuft zudem in den Ländern und Kommunen. Dazu gibt es bisher zwar noch keine genauen Statistiken, doch ersten Trendmeldungen zufolge haben die Länder inzwischen allein etwa 8.500 neue Lehrerstellen geschaffen, um auf den steigenden Personalbedarf an ihren Schulen zu reagieren. Hinzu kommt ein im bundesweiten Maßstab bisher nicht bezifferbarer Personalaufbau etwa in den Ausländer- und Sozialbehörden der Kommunen.

Personalaufbau in Bund, Ländern und Kommunen

Bund, Länder und Kommunen werden durch den Stellenaufbau deutlich höhere Personalkosten finanzieren müssen. Die durchschnittlichen Vollkosten eines Arbeitsplatzes im öffentlichen Dienst bewegen sich nach einer Analyse des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands derzeit bei gut 60.000 Euro im Jahr. Übertragen auf einen Aufbau von rund 10.000 zusätzlichen Bediensteten auf Bundesebene, wären das rund 600 Millionen Euro im Jahr.

Allein der Bund hatte seinen Personalstand in den Jahren 2000 bis 2014 um mehr als 100.000 Bedienstete verringert; die Gesamtzahl aller Staatsbediensteten sank in dieser Zeit um 350.000 auf 4,65 Millionen. Lässt man beim Bund den Sonderbereich der Soldaten beiseite, dann ging dort die Zahl der Beamten und Angestellten von 2000 bis 2014 schrittweise um rund 84.000 oder gut ein Fünftel auf 327.000 zurück.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )