26.09.2016

Personalabbau bei MAN-Tochter Diesel & Turbo

Die MAN-Tochter Diesel & Turbo möchte weltweit fast ein Zehntel der Stellen streichen. In Deutschland sind an verschiedenen Standorten 1000 Arbeitsplätze in Gefahr, davon 300 in Berlin, in Hamburg und Oberhausen je 250 und am Unternehmenssitz in Augsburg 140. Der geplante Personalabbau wird nun mit dem Betriebsrat verhandelt.

Ftachtschiff auf hoher See

MAN Diesel & Turbo SE unter Druck

Die MAN Diesel & Turbo SE hat ihren Sitz in Augsburg. Sie unterhält mehr als 100 internationale Standorte darunter Deutschland, Dänemark, Frankreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik, Indien und in China. Sie ist weltweit führender Anbieter von Dieselmotoren, die in Schiffen eingesetzt werden. Außerdem stellt das Unternehmen Turbomaschinen unter anderem für die Öl- und Gasindustrie her. Es beschäftigt  rund 14 900 Mitarbeiter weltweit.  Der niedrige Ölpreis, die Krisen im Schiffsbau und der frühere Skandal um manipulierte Verbrauchswerte bei Schiffsmotoren machen ihm zu schaffen.

Sozialverträglicher Personalabbau?

Ziele des Unternehmens sind, die eigene Zukunftsfähigkeit sichern und das Ergebnis um 450 Millionen € zu verbessern. Dazu entwickelt es nicht nur die Strategie und das Portfolio weiter, sondern möchte auch die unternehmensinternen Prozesse und die Kostenstruktur verbessern. Der dazu nötige Personalabbau soll nach dem Willen des Unternehmens sozialverträglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen möchte der Vorstand vermeiden.

Der Gesamtbetriebsrat fordert,

  • dass betriebsbedingte Kündigungen definitiv ausgeschlossen werden, so wie im gesamten VW-Konzern üblich,
  • dass, das Unternehmen alle Informationen liefert, um alternative Vorschläge zu entwickeln und alle Standorte zu erhalten.
  • dass Instrumente wie Stundenabbau und Kurzarbeit genutzt werden, um die angespannte Auftragslage auszugleichen. Dies habe sich in der Vergangenheit bewährt.

Die Gewerkschaft IG Metall unterstützt das Zukunftsprogramm, erwartet aber arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen und vernünftige Lösungen für die Betroffenen.

Autor: Astrid Hedrich (Rechtsanwältin und Dozentin in Augsburg. Beschäftigt sich mit Wirtschaftsrecht.)