19.11.2018

Moderne Fachkräfte-Kampagne für den Öffentlichen Dienst

Die Stadtverwaltung Bonn möchte dem Fachkräftemangel entgegenwirken und die Verwaltung als attraktiven Arbeitgeber positionieren. Sie startete vor Kurzem hierzu eine neue Kampagne zur Personalgewinnung. Mithilfe kreativer und ungewöhnlicher, weil humorvoller Plakatmotive, die im gesamten Stadtgebiet zu finden waren, sollen die Einwohner mit ungewöhnlichen Berufsbezeichnungen unter dem Motto „Bonn macht Karriere“ auf die Jobmöglichkeiten aufmerksam gemacht werden.

Fachkräfte

Fachkräfte gewinnen

Die Stadtverwaltung Bonn möchte dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Das Interesse des Betrachters will sie gewinnen, indem sie dabei nicht mit den herkömmlichen Berufsbezeichnungen, sondern mit alternativen, humorvollen Beschreibungen aufwartet. Präsentiert werden dabei Berufe aus dem gesamten Spektrum der Verwaltungsarbeit, die auf den Plakaten von echten Mitarbeitern porträtiert werden. So gibt es unter anderem den „Klarspüler“, der sinnbildlich für die Arbeit in der Kläranlage steht und den Leiter einer Bonner Kläranlage zeigt. Der „Waldmeister“ zeigt den städtischen Forstwirtschaftsmeister, und der „Straßenkünstler“ mit Stadtplänen in der Hand arbeitet im Tiefbauamt und plant somit unter anderem auch die Bonner Verkehrsanlagen. Insgesamt beinhaltet die Kampagne fünf Motive. In Zukunft sollen noch weitere dazukommen.

Auch auf Social-Media-Kanäle

Präsent gemacht wird die Aktion auch über die Social-Media-Netzwerke Facebook und Instagram. Ausbildungsmöglichkeiten werden ebenso beschrieben wie direkte Wege für eine Bewerbung aufgezeigt. Grund für die außergewöhnliche Handlung ist, dass Fachkräfte auch wegen des Wirtschaftsbooms schwer zu finden sind.

Ein anderes Image geben

Die Kampagne war aus Sicht der Stadt nötig geworden, da aufgrund des demografischen Wandels der Wettbewerb um Fachkräfte immer größer wird. „Mit der Arbeitgeberkampagne wollen wir dazu beitragen, den Öffentlichen Dienst von seinem angestaubten Image zu befreien“, erklärt der Bonner Stadtdirektor Wolfgang Fuchs zu der Kampagne. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transportieren sehr gut die abwechslungsreichen und sinnstiftenden Tätigkeiten bei uns.“ Aus diesem Grund hat sich die Stadt im Zuge der Kampagne dazu entschieden, eigene Mitarbeiter einzubinden, statt mit professionellen Darstellern zu arbeiten. „Sie sind unsere wichtigsten Aushängeschilder“, betont auch der Leiter des Bonner Personal- und Organisationsamtes, Andreas Leinhaas. Grundsätzlich sei der Öffentliche Dienst nämlich als Arbeitgeber durchaus beliebt, gerade bei Studenten. Dieses Potenzial wolle man nutzen, um junge Menschen in der Universitätsstadt auf die Stadtverwaltung aufmerksam zu machen. Aktuell sucht die Stadt jährlich rund 400 neue Mitarbeiter, diese Zahl wird aber aufgrund des demografischen Wandels in den nächsten Jahren stetig steigen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)