18.02.2019

Mobile Arbeit kann auch zu Familie-Beruf-Konflikten führen

Mobile Computerarbeiter – damit sind Beschäftigte gemeint, die mehrmals im Monat oder häufiger außerhalb der Dienststelle oder des Betriebs arbeiten und mindestens 25 Prozent ihrer Arbeitszeit am PC, Laptop oder Smartphone verbringen – berichten in Deutschland, aber auch in der Europäischen Union insgesamt deutlich häufiger von sogenannten Beruf-Familie-Konflikten oder Familie-Beruf-Konflikten. Das ergibt eine Auswertung auf Basis des European Working Conditions Survey.

Mobile Arbeit

Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Laut Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben zwei Drittel der mobilen Computerarbeiter in Deutschland und sogar drei Viertel dieser Beschäftigten in der Europäischen Union meistens oder immer das Gefühl, dass ihre Arbeit sie davon abhält, ihrer Familie so viel Zeit zu widmen, wie sie es wollten. Dieses Gefühl tritt zwar auch bei anderen Beschäftigtengruppen auf, aber zum Teil deutlich seltener. Die Unterschiede sind für die europäische Stichprobe auch robust, wenn man auf persönliche und berufliche Merkmale kontrolliert. In der deutschen Stichprobe sind die Differenzen zwischen mobilen und nicht mobilen Computerarbeitern sowie zwischen mobilen Computer- und Offline-Arbeitern allerdings dann nicht mehr signifikant.

Familie-Beruf-Konflikte

Familiäre Verpflichtungen können sich in einem räumlich und zeitlich flexiblen Arbeitsumfeld im Umkehrzug auch ungünstig auf die berufliche Tätigkeit auswirken. Rund die Hälfte der mobilen Computerarbeiter in Deutschland und der Europäischen Union empfindet es als schwierig, sich angesichts vorhandener familiärer Verpflichtungen auf die Arbeit zu konzentrieren, oder sieht sich gezwungen, das zeitliche Engagement im Beruf zu verringern. Diese Störungen, die aus dem familiären Umfeld auf den beruflichen Alltag ausstrahlen, kommen in den anderen Beschäftigtengruppen deutlich seltener vor. Auch hier sind die Unterschiede in der deutschen Stichprobe zwischen mobilen Computerarbeitern und den anderen teilweise nicht mehr signifikant, wenn man berufliche oder persönliche Merkmale berücksichtigt.

Hier finden Sie den Kurzbericht über die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)