04.06.2019

Mobile Arbeit: Beschäftigte lassen öfter Pausen ausfallen

Beschäftigte mit überwiegend mobiler Arbeit haben häufiger verkürzte Ruhezeiten und lassen öfter Pausen ausfallen als Beschäftigte mit einem überwiegend festen Arbeitsort. Mobile Arbeit darf aber nicht mit Arbeit im Homeoffice verwechselt werden, das häufiger Beschäftigte in Anspruch nehmen, die vergleichsweise besser verdienen. Diese Feststellungen traf die Bundesregierung in Antworten auf Kleine Anfragen aus dem Bundestag.

Mobile Arbeit

Häufig verkürzte Ruhezeiten bei mobiler Arbeit

In Antworten auf Kleine Anfragen aus dem Bundestag teilt die Bundesregierung mit, dass zum einen Beschäftigte mit überwiegend mobiler Arbeit häufiger Ruhezeiten verkürzen und öfter Pausen ausfallen lassen als Beschäftigte mit einem überwiegend festen Arbeitsort (Drucksache 19/9797). Demnach lassen 34 Prozent der mobil Beschäftigten mit mehr als sechs Stunden Arbeitszeit die Pausen ausfallen, bei den Beschäftigten mit festem Arbeitsplatz betrifft dies 26 Prozent. Verkürzte Ruhezeiten mindestens einmal im Monat haben 30 Prozent der mobil Arbeitenden und 14 Prozent der Beschäftigten mit festem Arbeitsplatz.

Hoher Anteil an Führungskräften arbeitet im Homeoffice

Zum anderen nehmen Beschäftigte das Arbeiten im Homeoffice häufiger in Anspruch, je höher der Verdienst ist (Drucksache 19/9032). Demnach hatten nach Daten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Jahr 2017 rund 40 Prozent der Vollzeit-Beschäftigten mit Homeoffice-Vereinbarung einen Bruttomonatsverdienst von 5.000 Euro und mehr. 26 Prozent verdienten zwischen 3.500 Euro und 5.000 Euro im Monat. Bei Beschäftigten mit einem Bruttolohn von 2.500 Euro bis 3.000 Euro nutzten nur sieben Prozent das Homeoffice. Personen mit einem höheren Ausbildungsniveau hätten häufiger die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, dies sei unter anderem auf die unterschiedlichen Tätigkeiten verschiedener Einkommensgruppen zurückzuführen. So gäbe es beispielsweise bei Führungskräften und in Informations- und Kommunikationsberufen einen relativ hohen Anteil von Homeoffice, schreibt die Regierung.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)