News | Mitbestimmung 27.07.2015

Johnson Controls: Arbeitsplatzsicherheit gefordert

"Im Dienste des Menschen" – so sieht sich US-Autozulieferer Johnson Controls gern. Freilich könnte seine Dienstfertigkeit ein Ende finden, wo Unternehmensteile den Besitzer wechseln. Logisch. Und deswegen dürfte die Sorge der Betriebsräte um die Arbeitsplätze an den Standorten in Remscheid und Solingen nicht ganz unbegründet sein. Sie sollen demnächst veräußert werden. Die Betriebsräte halten mit einer Grundsatzvereinbarung dagegen.

Mitbestimmung und Arbeitsplatzsicherheit für Automotive

Mitbestimmung. Mehr Mitbestimmung, Arbeitsplatzsicherheit beim Verkauf der Automotive Sparte – das fordern jetzt die Betriebsräte des US- Autozulieferer Johnson Controls an den drei Standorten in Remscheid und Solingen.

Einschnitte bei Arbeitnehmerinteressen befürchtet

Der Konzern wolle die Standorte offenbar veräußern, berichtet der „Solinger Bote“. Das könne zu Einschnitten bei den Arbeitnehmerinteressen führen, befürchteten die Betriebsräte laut einer Grundsatzvereinbarung. Die Betriebsräte fordern ein standortübergreifendes Verfahren mit den Betriebsräten und der IG Metall.

Tarifbindung erhalten

Es dürfe keinen Arbeitsplatzabbau geben. Die Tarifbindung müsse erhalten bleiben. Wichtig sei, dass die Rechte der Betriebsräte gewahrt werden und möglichst schnell Klarheit über den weiteren Weg herrscht, heißt es in der Erklärung. Sie soll für die etwa 7.000 Beschäftigten an insgesamt 15 deutschen Standorten an die jeweiligen Geschäftsleitungen übergeben werden.

Grundsatzvereinbarung auch an Konzernleitung geschickt

Diese Grundsatzvereinbarung ist dem Zeitungsbericht zufolge auch der obersten Geschäftsleitung von Johnson Controls in Milwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) im Auftrag der Betriebsräte von der IG Metall übermittelt worden.

Verkauf, Joint Venture oder Börsengang

Völlig überraschend hatte Johnson Controls Mitte Juni den weltweiten Verkauf der Automotive Sparte mit ca. 80.000 Beschäftigten verkündet, aber nicht mitgeteilt, wie man sich die Umsetzung der Pläne im Einzelnen vorstellt. Denkbar wäre laut „Solinger Bote“ ein Verkauf, die Bildung eines Joint Ventures oder ein Börsengang der Sparte.

Johnson Control im Dienst des Menschen

Der Konzern zeigt sich auf seiner Internetseite besonders engagiert  „im Dienst der Menschen“ in den Bereichen Bildung, Umwelt, soziale Dienste und Entwicklung von Führungskompetenzen. Im vergangenen Jahr will man demzufolge weltweit über 10,1 Millionen US-Dollar an gemeinnützige und gemeinschaftliche Organisationen gespendet haben.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)