26.11.2019

Mit gestärkter dualer beruflichen Bildung gegen den Fachkräftemangel

Der Bundestag verabschiedete im Oktober eine Novelle zum Berufsbildungsgesetz. Durch die ab 2020 geltende Gesetzesänderung sollen die höherqualifizierende Berufsbildung (Aufstiegsfortbildung) gestärkt und weiterentwickelt, eine Mindestvergütung für Auszubildende gesichert sowie eine bessere Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung bessere Rahmenbedingungen für Prüfungen und für ein attraktives Ehrenamt ermöglicht werden.

Ab 2020 Verbessserungen im Berufsbildungsgesetz

Von 2020 an gelten neue Vorschriften des Berufsbildungsgesetzes, das seit 2007 erstmals wieder stärker novelliert worden ist. Vorrangiges Ziel der Novelle ist die Absicht, die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der dualen beruflichen Bildung bei potenziellen Auszubildenden und Betrieben gleichermaßen zu steigern.

Zentrale Veränderungen

  • Stärkung und Weiterentwicklung der „höherqualifizierenden“ Berufsbildung (vormals Aufstiegsfortbildung genannt)
  • Mindestvergütung für Auszubildende
  • verbesserte Durchlässigkeit innerhalb der beruflichen Bildung
  • verbesserte Rahmenbedingungen für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen sowie für ein attraktives Ehrenamt.

Auch im Interesse einer besseren Transparenz und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sind als Kernstück der Novelle nun einheitliche Abschlussbezeichnungen eingeführt worden:

  • „Geprüfter Berufsspezialist“,
  • „Bachelor Professional“ und
  • „Master Professional“.

Neue Ausbildungsvergütung

Die Ausbildungsvergütung soll ab 2020 im ersten „Lehrjahr“ mindestens 515 Euro, ab 2021 dann 550 Euro betragen. In den darauffolgenden Jahren steigt sie auf 550 Euro und 620 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr soll die Vergütung um 18 Prozent steigen, im dritten um 35 Prozent. Laut Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im letzten Jahr durchschnittlich bei 908 Euro monatlich.

Die betrieblichen Lernmittel sind künftig komplett vom Ausbilder („Arbeitgeber“) zu bezahlen. Auch Auszubildende in einer von der Bundesagentur für Arbeit geförderten Maßnahme bei einem Träger einer außerbetrieblichen Ausbildung bekommen nun nicht mehr 390 Euro, sondern die Mindestausbildungsvergütung. Für Menschen mit Behinderung, die ein Ausbildungsgeld bekommen, wenn sie beim Berufsbildungswerk sind, wird das Entgelt auf die Mindestausbildungsvergütung angehoben.

Das Gesetz sieht außerdem eine Verbesserung bei der Ausbildung in Teilzeit vor. Die Auszubildenden sind an Berufsschultagen voll von der Anwesenheit in der Ausbildungsstelle freizustellen. Außerdem besteht jetzt nun ein Anspruch auf einen bezahlten freien Tag vor der Abschlussprüfung.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)