News | Geschäftsführung Betriebsrat
08.09.2016

Missstände bei der Ausbildung

Einige Branchen bekleckern sich nicht gerade mit Ruhm, wenn es um die Qualität ihrer Ausbildung geht. Das zeigt der DGB Ausbildungsreport 2016. Der DGB fordert einen Rechtsanspruch für einen Ausbildungsplan. Mit gutem Grund.

Ausbildungsreport© Kitty /​ fotolia.com

DGB Ausbildungsreport 2016 – kein Ruhmesblatt für die Ausbildung in Deutschland

Geschäftsführung Betriebsrat. Die Ergebnisse des Ausbildungsreports, den die DGB-Jugend nun zum elften Mal in Folge vorstellt hat, gegen Anlass zur Sorge. Über die Hälfte der Auszubildenden sind krank, wenn sie zur Arbeit gehen und leiden darunter, dass die Ausbildungsbedingungen schlecht und die Anforderungen zu hoch sind. Ein Drittel der Azubis muss Überstunden leisten. Einen Ausbildungsplan besitzen nur 66,4 Prozent. Aber nur wer einen Ausbildungsplan hat, kann überprüfen, ob die Ausbildungsinhalte eingehalten werden.  Jeder Zehnte verrichtet ausbildungsfremde Tätigkeiten, führt  zum Beispiel den Hund des Chefs Gassi .  13,4 Prozent der Auszubildenden werden nicht oder wenig von ihrem Ausbilder angeleitet.

Abhängig von der Branche sind die Azubis mehr oder weniger zufrieden

Zwar sind 71,7 Prozent der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden – es kommt jedoch auf die Branche an. Den meisten Mechatronikern, Industriekaufleuten und Zerspanungsmechanikern gefällt ihre Ausbildung. Fachverkäufer des Lebensmittelhandwerks, Zahnmedizinische Fachangestellte, Malerinnen sowie Auszubildende in Teilen des Hotel- und Gaststättenbereichs geben ihren Betrieben dagegen die Note „mangelhaft“. „Besonders in diesen Berufen bleiben in jedem Jahr viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Hohe Vertragslösungsquoten sind in diesen Ausbildungsberufen die Regel“, sagte der DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Er fordert: „Um die Ausbildungsqualität in allen Branchen zu steigern, muss das Berufsbildungsgesetz novelliert werden. In das Gesetz gehört ein rechtlicher Anspruch auf einen betrieblichen Ausbildungsplan, der die Inhalte der Ausbildung regelt, sowie eindeutige Vorschriften, um Überstunden zu vermeiden.“ Seit mehr als zehn Jahren gibt es erhebliche Missstände in der Ausbildungsqualität, die nicht wirklich verbessert wurden. Zeit endlich zu handeln.

Autor: Astrid Hedrich (Rechtsanwältin und Dozentin in Augsburg. Beschäftigt sich mit Wirtschaftsrecht.)

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