News | Geschäftsführung Betriebsrat
23.09.2015

Missbrauch von Werkverträgen stoppen

Werkverträge untergraben immer mehr die bisherigen tariflichen Regeln. Wie sehr der Werkvertragspilz sie bereits angefressen hat, belegte jüngst eine Umfrage der IG Metall bei Betriebsräten. Betriebsräte von deutschen Großkonzernen richten jetzt einen dringenden Appell an die Bundesregierung: Gesetzesversprechen umsetzen und Missbrauch von Werkverträgen gesetzlich stoppen!

Missbrauch von Werkverträgen© stockWERK /​ fotolia.com

Missbrauch von Werkverträgen nimmt überhand

Geschäftsführung Betriebsrat. In der Statistik steht es schwarz auf weiß, im Koalitionsvertrag auch: der Missbrauch von Werkverträgen nimmt überhand, er muss gestoppt werden. Warum noch warten? Betriebsräte von Großkonzernen in Deutschland fordern: die Bundesregierung muss liefern – jetzt.

Wettbewerbsverzerrung, Lohndumping, unsichere Beschäftigung

„Der missbräuchliche Einsatz von Werkverträgen führt zu Wettbewerbsverzerrung, Lohndumping und unsicherer Beschäftigung“, heißt es in einem Montag dieser Woche in zahlreichen großen Tageszeitungen veröffentlichten Aufruf.

Unterzeichnet von Gesamtbetriebsratsvorsitzenden großer Konzerne

Unterzeichnet haben ihn 24 Gesamtbetriebsratsvorsitzende von großen Automobilherstellern, Zulieferern sowie aus mehreren Schlüsselbranchen – darunter Bernd Osterloh von Volkswagen, Michael Brecht von Daimler oder Manfred Schoch von BMW sowie Günter Back von ThyssenKrupp oder Rüdiger Lütjen von Airbus.

Gesetze konsequent umzusetzen

Wörtlich heißt es in dem Aufruf unter anderem: „Betriebsräte und Vertrauensleute der IG Metall rufen Sie als Bundesregierung auf, die im Koalitionsvertrag angekündigten Gesetze gegen den Missbrauch von Werkverträgen konsequent umzusetzen. Fairer Wettbewerb braucht klare Regeln!“

Versprechen halten, gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen

Die Unterzeichner appellieren an die Politiker: „Halten Sie Ihr Versprechen, schaffen Sie gute gesetzliche Rahmenbedingungen, die den fairen Wettbewerb stärken! Das hilft den Unternehmen und den Beschäftigten. Geben Sie uns Betriebsräten dazu die notwendigen Instrumente an die Hand.“

Spaltung von Belegschaften

Die Betriebsräte fordern ein Ende der Spaltung von Belegschaften durch Werkverträge. „Wir fordern von den Arbeitgebern die Mitbestimmung bei der Fremdvergabe und die Einhaltung von Mindestkriterien bei den Arbeitsbedingungen in Werkvertragsunternehmen“, heißt es weiter in dem Aufruf. Alle Beschäftigten hätten ein Recht auf gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung nach Tarif und eine sichere Zukunft. Die Politik müsse gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die den Betriebsräten die notwendigen Instrumente an die Hand geben.

Donnerstag ist Aktionstag

An diesem Donnerstag, 24. September, ist an zahlreichen Standorten der Autoindustrie ein Aktionstag geplant. Dabei will die IG Metall ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Im Rahmen des Aktionstages sollen Detlef Wetzel, erster Vorsitzender der IG Metall, und Jörg Hofmann, zweiter Vorsitzender der IG Metall, auf Kundgebungen in Leipzig und Stuttgart sprechen.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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