News | Betriebliches Gesundheitsmanagement
27.06.2016

Mehrheit der Beschäftigten im Urlaub erreichbar

Schöner Sommerurlaub: auf dem Campingplatz oder im Mietappartement heißt es weiter, kochen, waschen, putzen, ganz wie dahoam. Aber auch sonst ändert sich nicht viel: telefonieren, E-Mails schreiben, SMS beantworten gehört für die meisten Beschäftigten auch im Urlaub zum Alltag.

Angestellte im Urlaub für Kollegen und Chef erreichbar© Kaspars Grinvalds /​ fotolia.com

Hier spricht man Deuts!

Betriebliches Gesundheitsmanagement. Wie war’s im Urlaub? ist die Standardfrage nach Rückkehr ins Büro. Die Antwort: Schön, wir konnten die „Bild“ am Kiosk direkt am Strand kaufen, ein Edeka-Geschäft war gleich um die Ecke, die hatten TV im Hotel auf dem Zimmer mit ARD und ZDF und RTL – und die Bedienung im Restaurant sprach perfekt Deutsch. Das war’s?

Für Kollegen, Vorgesetzte und Kunden erreichbar

Offenbar bei den meisten noch nicht ganz, wie uns jetzt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter gut eintausend Bundesbürgern ab 14 Jahren, die Hälfte davon Berufstätige lehrt. Danach ist die Mehrheit der deutschen Beschäftigten auch während des diesjährigen Sommerurlaubs für Kollegen, Vorgesetzte und Kunden erreichbar.

Antwort aus den Ferien

Rund zwei Drittel der Berufstätigen (67 Prozent) antworten demnach in ihren Ferien auf dienstliche Anrufe, E-Mails oder Kurznachrichten, davon:

  • 62 Prozent telefonisch,
  • 54 Prozent per Kurznachricht und
  • 44 Prozent über Email.

Angestellte bieten Erreichbarkeit an

„Viele Angestellte bieten freiwillig an, dass Chefs und Kollegen sie auch im Urlaub ansprechen dürfen“, will Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder wissen. Eine rechtliche Verpflichtung bestehe dazu in den meisten Fällen nicht. Im Gegenteil: Immer mehr Unternehmen führen verbindliche interne Regelungen ein, damit engagierte Mitarbeiter im Urlaub abschalten können.

Jugend will in Ruhe gelassen werden

Vor allem aber die jüngere Generation will offenbar während der Urlaubszeit nichts von der Arbeit hören. So will den Meinungsforschern zufolge die Hälfte (51 Prozent) der Berufstätigen zwischen 14 und 29 Jahren die geschäftliche Kommunikation in diesem Sommerurlaub komplett aussetzen. Unter den über Dreißigjährigen plane dies nur rund jeder Vierte.

Vorgesetzte scheinen nicht schuld zu sein

Doch der Vorgesetzte scheint gar nicht einmal schuld an dieser Lage zu sein. Häufig seien es nicht die Vorgesetzten, die mit beruflichen Anliegen die Erholung stören, sondern die Kollegen. Bei rund zwei Dritteln der Befragten, die im vergangenen Jahr im Sommerurlaub beruflich erreichbar waren, haben sich während des Urlaubs Kollegen gemeldet.

Erholungszeiten ihrer Mitarbeiter

Knapp ein Viertel (23 Prozent) wurde von Kunden kontaktiert, nur jeder Fünfte (19 Prozent) von Vorgesetzten. Immerhin: Jeder Vierte (23 Prozent) blieb trotz erklärter Erreichbarkeit ungestört. Fazit: die meisten Vorgesetzten respektieren, wie es scheint, die Erholungszeiten ihrer Mitarbeiter – „entgegen vieler Vorurteile“, so Rohleder.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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