27.10.2016

Mehrarbeit beim Homeoffice lässt sich nur schwer ausgleichen

Beschäftigte im Homeoffice können ihre Mehrarbeit weniger gut durch Freizeit- oder Lohnausgleich kompensieren als ihre Kollegen im Büro.

Homeoffice

Nach Schätzungen der Bundesregierung arbeiten 31 % der Angestellten zumindest gelegentlich von zu Hause aus. 35 % der angestellten Männer und 24 % der angestellten Frauen arbeiten zumindest gelegentlich im Homeoffice. Die Mehrheit der Beschäftigten (65 %), die das Homeoffice nutzen, arbeiten ausschließlich stundenweise von zu Hause aus. Etwa 20 % der Beschäftigten arbeiten sowohl ganze Tage als auch stundenweise im Homeoffice, 16 % ausschließlich ganze Tage. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung vom 22.09.2016 auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion (Drucksache 18/9468).

Kompensation von Mehrarbeit schwierig

Beschäftigte im Homeoffice können ihre Mehrarbeit weniger gut durch Freizeit- oder Lohnausgleich kompensieren als ihre Kollegen im Büro. Demnach können 6 % der Beschäftigten ohne Homeoffice Mehrarbeit nicht ausgleichen, bei Beschäftigten im Homeoffice sind es dagegen 38 %.

Bei Angestellten, die im Homeoffice tätig sind, fallen gleichzeitig im Durchschnitt 6,4 Überstunden pro Woche an, bei Angestellten ohne Homeoffice lediglich 3,3 Stunden. 20 % aller Beschäftigten gaben 2015 laut Bundesregierung an, „zumindest gelegentlich“ für ihren Arbeitgeber von zu Hause aus zu arbeiten. Von dieser Rechnung ausgeschlossen seien Betriebe mit unter 50 Beschäftigten und die Betriebe der Branchen Land- und Forstwirtschaft, der öffentliche Dienst sowie mildtätige Organisationen.

 

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )