News | Mitbestimmung
04.08.2015

Massiver Stellenabbau bei Bosch Rexroth geplant

Bosch-Rexroth will sparen. Massiv. Ein jetzt verkündetes Programm soll bundesweit bis 2018 die Kosten um 450 Millionen Euro, am Standort allein Horb bis 2018 um 43 Millionen Euro drücken. Das heißt wie meistens in einem solchen Fall: Stellenabbau. Am Standort sind 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele davon betroffen sein werden, sagt das Unternehmen nicht.

Stellenabbau Bosch Rexroth© Bauer Alex /​ fotolia.com

50 bis 300 Stellen von Stellenabbau bedroht

Mitbestimmung. Zwischen 50 und 300 Stellen könnten wegfallen, schätzt der Betriebsratsvorsitzende Alexander Plaz nach einem Bericht „Südwest Presse“. Dass Stellenabbau ansteht, scheint jedenfalls sicher. Darauf deute schon allein der Plan hin, die Zahl der Auszubildenden von neun auf sechs zu reduzieren.

Bereich Mobile Anwendungen besonders betroffen

Wie viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, sagt die Unternehmensleitung nichts. Nur so viel dürfte feststehen: Betroffen sei der Bereich Mobile Anwendungen. Die Marktlage für Bau- und Bohrmaschinen sowie landwirtschaftliches Gerät sei schwierig, hieß es zur Begründung.

Überkapazitäten in allen Regionen

„Der Markt für mobile Anwendungen ist hart umkämpft“, beschreibt Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender von Bosch Rexroth, in einer Firmenmitteilung die Situation. Überkapazitäten in allen Regionen führten zu erheblichem Kostendruck in der gesamten Branche. Zudem sei die Marktnachfrage weltweit stark rückläufig, so Tragl. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Rexroth die Kürzung von 580 Stellen in einem anderen Bereich bekanntgegeben.

Nachfrage in China geht zurück

Überdies sei die Nachfrage in China deutlich zurückgegangen. Dort sei der Baumaschinenmarkt zuletzt um rund 40 Prozent eingebrochen. Die Märkte für Baumaschinen sowie für Aufbauten von Straßen- und Nutzfahrzeugen seien in Europa und in Nordamerika zwar stabil, zeigten jedoch keine Wachstumsdynamik. Zudem sei vor allem in Europa auch zukünftig mit einer dauerhaft verhaltenen Marktentwicklung zu rechnen.

Betriebsrat bemängelt Fehlen von Information

Gewerkschaft und Betriebsrat haben laut „Südwest Presse“ das Fehlen von Informationen bemängelt. Bislang sei nur wenig bekannt. So soll Produktion ins Ausland verlagert, die Fertigungstiefe in einigen Bereichen verringert werden. „Nachdem das Management sich anderthalb Jahre Zeit genommen hat, sollen wir jetzt in ein paar Wochen verhandeln“, zitiert die Zeitung Plaz. Neben Horb beschäftigt Bosch Rexroth in Baden-Württemberg in Schwieberdingen 180 Mitarbeiter. Dort sollen 3,1 Millionen Euro eingespart werden.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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